Abteilung für Medien

 

Journalismus von unten

Abt. für Internet & Blogdings, Medien

Sehr schön: Bei Beckmann spricht man vermeintlich frank und frei übers Dopen im Radsport, will die Sendung aber nicht wiederholen, und dann ist da noch eine Tonstörung… die anscheinend keine ist. Und sich herausfiltern läßt. Was irgendwie hübsch ist (Fernsehen 2.0: Glotze mit Userbeteiligung) und andererseits irgendwie peinlich bzw. lehrreich: Wenn Du etwas nicht senden willst, dann sende es gar nicht. Piepsen bringt nichts.

(via)

Der Untergang des Abendlandes

Abt. für Medien

steht unmittelbar bevor: Harald Schmidt und Oliver Pocher machen ab Oktober eine gemeinsame Show im Harald-Schmidt-Show-Slot. Ich kriege jetzt schon wässrigen Ausschlag beim Gedanken daran.

Die ARD erhofft sich durch Pocher mehr Resonanz, vor allem bei der Jugend. “Oliver Pocher steht für eine junge Zielgruppe und wird der Sendung neue Impulse geben können”, sagte WDR-Programmdirektorin Verena Kulenkampff.

Ich werde anscheinend alt.

Fernsehen nur sehen

Abt. für Medien

Meine Freundin schwört darauf, bei “Sabine Christiansen” nicht nur den Ton auszuschalten, sondern zusätzlich ihre Schlafmaske aufzusetzen. Sie sagt, sie spüre die Diskussion dann als sanft stimulierende Massage im Nackenbereich.

Christian Kortmann beschränkt “Fernsehen” strikt aufs Sehen. Schön.

Deutschland wieder auf Platz 3!

Abt. für Medien

Jedenfalls bei den Top 10 Bloodiest School Massacres Ever!

Eine sensationsgeile Hitliste entlang der Zahl der Opfer aufzustellen, und sich an Details der Bewaffnung etc. nochmals aufzugeilen, dazu gehört schon moralische Verrohung einer besonderen Qualität. Dagegen sind die Qualitätsjournalisten um Kai Diekmann nun wirklich ein Kindergarten.

Das wird metainteressant

Abt. für Internet & Blogdings, Medien

Am Donnerstag können sich dann alle so richtig austoben: Stefan Niggemeier sitzt bei Leo Busch im Kasten und redet mit ihr übers Internet bzw. darüber ob es uns verdummt, das böse Internet, in Form von Blogs, You Tube, Second Life. Das werden ganz viele sehen, die dann darüber ins Internet schreiben (Livebloggen, anyone? Ich hab’ leider keine Zeit), wahrscheinlich wird die Sendung auch auf YouTube auftauchen, wo es dann entweder megamäßig meta zugeht wird oder halt rekursiv verdummend.

Anyway, jedenfalls ist noch unentschieden, ob “das Internet” das Fernsehen wirklich besser beschreibt als umgekehrt – was eigentlich aber nicht so schwer sein dürfte. Ceterum censeo, daß die Talksendung live in Second Life nachgespielt werden sollte, dabei von jemandem aufgezeichnet und in YouTube eingestellt wird. Und vorher und nachher gibt’s Intelligenz- und Bildungstests. Wir hier brushen jedenfalls schon einmal ein bißchen an englischen und lateinischen Phrasen herum.

(via)

Symbolfoto (Saw mill-Penis-Bunny Edition)

Abt. für Medien

Das nenne ich mal einen selbstreferntiell-eleganten Umgang mit dem Thema der leidigen Symbolfotos:

Metro.co.uk - A nice fluffy rabbit

No Paris, all the time

Beziehungsweise für eine Woche und ein bißchen mehr

Abt. für Medien

AP hat eine Woche nichts über Paris Hilton geschrieben. Das ist schon allein deshalb eine Meldung wert, weil’s anscheinend sonst niemand gemerkt hätte. (via)

Wahnsinn!

(Hat aber doch Methode!)

Abt. für Medien

Bild ist auch als Fernsehen richtig scheiße! Sehen Sie selbst!

(Und wenn’s mit noch etwas mehr schlecht sein darf, beachten Sie bitte auch diesen Hinweis!)

Anne Will hat ein Konzept

Abt. für Medien

Es heißt: Alles wird gut!

Ab Herbst gilt also: Kaum habe ich meine krachend enthüllenden Fragen gestellt, hat die Politikergarde ihren Rückweg zur dringend notwendigen Ernsthaftigkeit gefunden und das Ziel nicht mal zwei Sätze später auch schon erreicht. So mache ich das! Da haben wir doch das ultimative Konzept. Leichte Übung!

Aber im Ernst: Die Frau ist wirklich wunderbar und überschätzt ihr Medium nicht.

(via)

Anne will weg

Abt. für Medien

Leider. Ich mag Anne Will ja sehr gerne (sie ist ja auch sehr gut, solange sie nicht übers Internet reden muß), vor allem möchte ich eigentlich nicht, daß sie mich mit Tom Buhrow alleinläßt.

Aber was soll’s – dann gibt’s Anne Will halt wenigstens sonntags und schon vor den Tagesthemen.

Auszeichnung als Doofes-Internet-Journalist des Jahres

Abt. für Internet & Blogdings, Medien

Herr Knüwer hat recht: Daß ausgerechnet, of all people, Henryk “Internet macht doof” M. Broder zum “Onlinejournalist des Jahres” gewählt wurde, das ist doch nur noch zum Lachen bzw. Heulen bzw. Kopfschütteln, wobei Vorsicht: der ist ja hohl.

Weil Journalismus ja Kontrollmechanismen hat

Abt. für Medien

… kann Spargel Online einen Artikel mit der Überschrift “Terroristen suchen Ziele mit Google Earth” publizieren, in dem es dann später heißt:

Die Aufnahmen seien zwar kein Beweis dafür, dass die Terroristen ihre Anschläge auf der Basis von Google Earth planten, sagte der Geheimdienstoffizier. “Aber sie sind ihnen offenbar von großem Nutzen. Warum sonst sollten sie Google-Earth-Bilder von unseren Camps haben?”

Soweit alles unoriginell. Daß sich allerdings Google mit den Worten zitieren läßt, man habe “natürlich” “immer ein offenes Ohr für die Bitten einer Regierung”, ist doch ein bißchen gruselig. Was wird noch von der Landkarte gelöscht?

Our informal corporate motto is “Don’t be evil.”

Die frohe Botschaft

Abt. für Medien

Spiegel Online verbreitet zur Zeit übrigens nur gute Laune und berichtet von Auferstehungen und dem Weg zur Unsterblichkeit, der allerdings zugleich sehr bedrohlich zu sein scheint.

Vermutlich naht die Apokalypse, die Reiter sammeln sich schon bei Stefan Aust im Büro, und er fröhlich dabei.

Ich bin doof. Weil, wegen Internet

Abt. für Internet & Blogdings, Medien

Henryk M. Broder macht sich heute im Berliner Tagesspiegel mal so richtig differenzierte Gedanken zur freien Meinungsäußerung im Internet.

Mit dem Recht, eine Meinung verbreiten zu können, verhält es sich so wie mit den meisten Rechten, die auf einer unausgesprochenen Vereinbarung beruhen: Wenn sie von allen wahrgenommen werden, schaffen sie sich selbst ab.

Ja. Das ist ja bekanntermaßen auch mit dem Wahlrecht so: Wenn alle wählen dürfen, das kann nicht funktionieren, das muß Diktatur geben. Dann doch am besten gleich eine (unter H.M.B., natürlich).

Der ansonsten so penible Herr Broder empfand es anscheinend nicht einmal als nötig, sein Vokabular durchzusehen (man meldet, schreibt er, eine “domaine” an, das WWW ist irgendwie mit dem Internet identisch, u.s.f.) und hält seine eigene Unfähigkeit, in der Kakophonie, in die sich die Meinungsfreiheit online angeblich auflöse, für Struktur und Schwerpunkte zu sorgen, für das Grundübel der Welt:

Das WWW ist auch maßgeblich für die Infantilisierung und Idiotisierung der Öffentlichkeit verantwortlich.

Herr Broder, da würden mir auch noch RTL, die Bild-Zeitung, der Spiegel und einige andere Medien als potentielle Kandidaten einfallen. Und ob die von ihnen so hochgehaltene Filter- und Auswahlfunktion der gewissermaßen “Organisierten Medien” (hat ja was von Organisierter Kriminalität) wirklich funktioniert, wage ich zu bezweifeln, erreichen mich doch immer gern und immer wieder so ahnungslos dahingerotzte Texte wie Ihrer, die dann als “Kommentar”, “Position” oder “Meinung” deklariert werden, weil sich eine Verankerung in konkreten Fakten leider nicht herstellen ließ.

Da sind mir doch ehrliche, unverfrorene Beschimpfungen in Weblogs wesentlich lieber, in denen sich niemand hinter dem Untergang des Abendlandes verschanzt.

Mein Monotheismus ist besser als Deiner!

Abt. für Gottesbilder, Medien

Ich kann nicht beurteilen, was der Spiegel, dieses 60-Jährige, wochenweise senil wirkende Ungetüm der deutschen Medienlandschaft, sich da für seine Weihnachtsausgabe zusammengefaselt hat. (Der Focus hatte in der gleichen Woche ja auch was mit Religion. Die sind doch langweilig, alle zusammen.)

Ob Alan Posener also berechtigte Kritik (oder, wie er das so nennt, “Kritik der kritischen Kritik”) übt oder doch nur die gern bemühte Keule auspackt, wenn er dem Spiegel offenen Antisemitismus vorwirft (und nicht nur er), kann und will ich gar nicht beurteilen.

Aber das ist wenigstens mal eine Diskussion, in der gleich am Anfang Godwin’s Law miterfüllt ist und deshalb einer fröhlichen Schlammschlacht bzw. Eishockeyprügelei nichts im Wege steht.

Bevor’s losgeht, meldet sich immerhin noch Jan Assmann zu Wort, der sich offensichtlich falsch dargestellt und für seltsame Argumentationen mißbraucht sieht. Er immerhin ist sachlich genug, den Begriff “Antisemitismus” vorerst nicht zu verwenden.

Wie’s weitergeht wird man wohl, da der Spiegel ja keine Korrekturen drucken kann, nur hier im Seuchenbezirk verfolgen können.

Nützes Wissen

Abt. für Medien

WeltHaben die drüben bei der Welt eigentlich heute Hirn und Herz ausgeschaltet? Nebenstehendes Detailwissen (gefunden hier; kann man das verpermalinken?) als “Wissen, das die Welt nicht braucht” zu qualifizieren, disqualifiziert. (Muß ich erklären, warum?) Anders: Wissen, das die Welt nicht braucht, ist zum Beispiel die präzise Chargennummer der Packung jenes Mittelchens, mit dem Sascha Lobo sich zuletzt die Haare auf Rot geschmiert hat (keine Ahnung). Oder warum ich heute morgen um präzise sieben Uhr achtunddreißig schon wach war (Rittersyndrom).

Das meiste andere Wissen braucht die Welt. Die Welt braucht sie wohl nicht.

Seit wann beachten Journalisten die Grenze zum Voyeurismus?

Abt. für Internet & Blogdings, Medien

Muß man sich das wirklich fragen? Birand Bingül sollte sich das fragen.

Thomas Knüwer sagt’s, wie’s ist.

Vielleicht sollte ich die “Tagesthemen” nicht mehr schauen.

Ja, danke. Allerdings ist letzten Endes ja doch das Internet an allem schuld, diese Seuche, diese Ansammlung von Röhren.

Das Nicht-Mediale erledigt René.

Mein Beitrag zur Killerspiel-Debatte

Oder: Wollt ihr den totalen Kick?

Abt. für Medien, Parallelgesellschaften

Wollt ihr den totalen Kick?

“Jugendliche hocken wie gebannt vor dem Rechner und finden den ersehnten Kick nur noch in der Scheinwelt auf dem Bildschirm.”

Lokalzeitung in Franken, Anfang Dezember 2006

(Ich könnte mich da jetzt eine Dreiviertelstunde lang drüber aufregen, aber ich denke, Ihr wißt, was ich meine.)

Co-Dingenskirchen

Abt. für Medien

Co2

Der Chemiebeauftragte des heute-journals ist zur Zeit im Weihnachtsurlaub.

Werben & Verkaufen mit der Familienministerin

Abt. für Medien

Die neue Ausgabe der Dummy hat nicht nur ein tolles Titelbild, sondern ist auch sonst von vorne bis hinten sehr lesenswert. Das kann ich mit Sicherheit sagen, weil ich sie von vorne bis hinten durchgelesen habe. Jeden Artikel. Ich weiß nicht genau, wann mir das zuletzt bei einer Zeitschrift passiert ist. Also: kaufen und lesen! Dann hat “Werben & Verkaufen” schon wieder funktioniert.

Passend zum Thema sind auch ein paar besonders schöne Anzeigen im Heft. Am wunderbarsten ist diese Anzeige für Blush-Dessous, die auf so vielen schönen Ebenen funktioniert, da wird mir ganz schummrig zumute vor Glück und Gender und subtiler Bedeutung.

Blush-Werbung

Ob Frau von der Leyen von dieser Anzeige weiß, erscheint mir allerdings eher fraglich. Vielleicht gibt’s also noch kostenlose Zweit- und Dritt-PR durch Anzeigen anderer Art.

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