Abteilung für Literatur

 

Bücher lesen auf dem iPhone

Abt. für Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta, Literatur

Leak: eBook auf dem iPhoneDer liebe M. durfte es heute morgen als erster der Welt kundtun:

onkel & onkel ist der erste deutsche verlag, der eine literarische neuerscheinung zeitgleich für iPhone/iPod anbietet

Das Börsenblatt berichtet. Und ich freu mich natürlich, weniger wegen dieser iPhone-Sache (ich habe weder ein iPhone noch einen iPod, noch nicht einmal einen iTunes-Account, und freue mich auf das Buch demnächst in seiner fest gebundenen Form, auf meinem Nachttisch), sondern weil des lieben V. kleiner Verlag ein feines Unternehmen ist und mit des Verlegers guten Ideen ausgestattet.

Zudem habe ich das E-Book schon in der vorvergangenen Woche in Aktion sehen können (siehe Foto, aufgenommen während der Geburtstagsfeierlichkeiten von Herrn M.), und es sieht auch technisch wahrlich sehr gelungen aus.

Bitte gehen Sie weiter zum Download. Danke. Feedback gern gesehen.

(Und, das nur am Rande, natürlich ist diese Entwicklung Wasser auf die Mühlen von Marcel Weiss’ Argumenten, warum E-Books sich durchsetzen würden: Weil Onkel & Onkel sie hier nämlich einfach für ein mindestens von der In-Crowd bereits reichlich genutztes Gerät überträgt. Wer freut sich nicht, wenn er eine elektronische Maschine mal zuhause lassen kann? — Das Buch wird im Übrigen aber sicher nicht verdrängt werden. Nicht weil E-Books schlecht sind, sondern weil herkömmliche Papierbücher ein bewährtes, praktisches, simples, ziemlich belastbares Medium sind, das in dieser Form kaum verbesserbar ist. Und, doch, sie bieten auch haptische Erlebnisse, die E-Books nicht möglich machen. Die aber deshalb nicht schlechter sind, nur anders.)

Hurra, es ist ein Ziegelstein!

Abt. für Literatur

Oh, es gibt ein neues Buch von Neal Stephenson! Und Anathem ist, KennerInnen des Autors werden es ahnen, nur 960 Seiten dünn!

Die Leiden der jungen Wörter

Miau!

Abt. für Literatur

Ein paar Studenten wurden vom Trubel angezogen. Sandra aus Bielefeld und Diane aus Stuttgart.
“Kennt ihr Doris Lessing?”
“Lessing, Lessing”, sagt Sandra und grübelt, “ist das nicht Nathan der Weise?”
“Nein”, sagt Diane, “die hat doch dieses Katzenbuch geschrieben.”

Wo sie recht hat …

Piep – piep – piep, habt gefälligst alle das Kollektiv ganz lieb!

Auch der Märchensputnik drehte Runden

Abt. für Literatur

Der Märchensputnik - BuchcoverGerade noch rechtzeitig zum fünzigsten Sputnik-Jubiläum erinnerte sich die Prinzessin an ein Kinderbuch, das ich vor kurzem eher zufällig und in einem Anfall von Fassungslosigkeit antiquarisch erworben hatte: Den Märchensputnik. (Für das Coverfoto bitte ich um Entschuldigung, meine “richtige” Kamera ist derzeit auf Reisen. Nicht in einer Umlaufbahn, aber immerhin.)

Dieses seltsame Buch, 1972 in der Hauptstadt der DDR erschienen, enthält “Sechs Märchen, die nicht mit es war einmal beginnen”, wie es im Buch heißt, und die allesamt den technischen Fortschritt zum Thema haben. Ich wäre durchaus sehr daran interessiert zu erfahren, ob jemand der Mitlesenden hier – womöglich aus Kindertagen – das Buch kennt und was sie oder er dazu denkt.

I can only guess. Da ist zum Beispiel das Märchen “Silberkopf”, das von einem kleinen Satelliten erzählt – er war zuverlässig und fleißig, flog immerzu um den Mond und fotografierte alles mögliche, stolz drehte er dabei seinen großen Silberkopf, aus dem lustig geformte Instrumente ragten, lange Antennenohren und zwei blauschimmernde Fernsehaugen. Und wenn die Menschen es ihm befahlen, schickte er die Fotos zur Erde.

Dann aber beginnt, schon im zweiten Absatz, das Unglück:

Mit der Zeit aber vergaß Silberkopf, daß er den Menschen sein Leben zu verdanken hatte, daß sie ihn gebaut hatten, damit er für sie arbeite.

Und nimmt seinen Lauf: Er hat keine rechte Lust, will mit den Marssonden mitfliegen und nicht rund um den Mond versauern, funkt seine Bilder nicht mehr zur Erde, sondern stattdessen querulantischen Unsinn, dergleichen halt: ein Arbeitsverweigerer. Die Menschen bauen einen neuen Satelliten, der natürlich schön fleißig und zuverlässig ist, während Silberkopf beschließt, Ferien zu machen, tagelang, wochenlang. Zwei Absätze weiter packt ihn nicht nur Langeweile, sondern auch Verzweiflung, dann kommen Meteoriten und machen ihn kaputt.

Nun war er nicht mehr der schöne Silberkopf von einst, sondern ohne Ohren, blind auf dem einen Auge und verbeult wie ein alter Benzinkanister.

Ende. Die Geschichte war bei den Kindern bestimmt der totale Renner.

Ich finde ja Sozialismus nach wie vor keine ganz dumme Idee, aber im Ernst, sah so der Versuch aus, den neuen Menschen zu erziehen? Daß (Moral, Moral!), wer sich dem großen Ganzen nicht allzeit brav unterordnet, am Ende daherkömmt wie ein zerbeulter Kanister?

Zur Aufheiterung nun noch etwas Originelles: die Töne von Sputnik. Piep!

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Keine Pause in diesem Büchersommer

Abt. für Literatur

Den neuen, letzten, großen Harry Potter-Band habe ich in eigentlich einem Schwung (einmal dazwischen geschlafen, gefrühstückt und Kind bespielt) durchgelechzt – mehr dazu vielleicht in Bälde in einem benachbarten Theater. Nun ist in den USA heute das neue Buch von Matt Ruff erschienen, Bad Monkeys, das ich einfach und unbesehen der Allgemeinheit zum Kauf empfehlen mag, weil ich schon an den bisherigen Büchern des Autors kaum ein Fehl finden konnte. Und wer noch mehr zum Lesen braucht und extrem komischer Metafiktion sich hinzugeben bereit, dem sei, kaum weniger unbesehen, der neue Thursday Next-Roman von Jasper Fforde empfohlen, First Among Sequels, ebenso wie im Übrigen alle anderen Bücher dieses Autors.

Und jetzt: Ab ins Freibad und lesen. Wenn Sie die Zeit dazu haben. (Viel Spaß, C.! Ist ein Buch statt Sonnencreme als No.2 genehm?)

Und tschüß, ich habe einen Termin mit dem Sorting Hat

Abt. für Literatur

Eigentlich wollte ich mich hier mal verlängert dazu äußern, warum es mir stinkt, wenn sich Leute über den Potter-Hype beschweren, warum ich die Bücher toll finde und das alles eigentlich ganz gut, auch wenn die Filme nicht immer total super sind. Aber ich kann ja nicht bei jedem großen Ende mich so auslassen.

Außerdem spricht mir Susanne Gaschke aus der Seele; ich erinnere mich noch an die Debatte von vor einigen Jahren, als das Feuilleton gerne lamentierte, Kinderbücher seien heutzutage so simpel gestrickt (ja, aber früher!), die Kinder läsen auch nicht mehr usw. usf.: Was an Kulturkritik über Kinderbücher halt so losgelassen werden kann. Ja, und nun lesen die Kinder mit Begeisterung Schwarten von mehreren hundert Seiten, die nicht nur komplexes Vokabular verwenden, sondern noch neue Wörter erfinden, daß es kracht (gar in lateinischer Sprache!), die über dann jetzt nachher ab 1.01 Uhr sieben Bände eine komplexe Geschichte und komplexe Zusammenhänge wirklich spannend transportiert. Aber man muß schon ganz schön aufpassen, denn in Band sechs erklärt niemand mehr wirklich, was ein “Imperius curse” eigentlich macht.

Deswegen, gut und schön, das ganze Marketing kann einem auf den Keks gehen – aber das wäre nichts, wenn nicht die Bücher tatsächlich begeistern würden. Denn über zehn Jahre, über sieben Bände, läßt sich das kaum durchhalten, ohne daß da nicht ein gehöriges Quentchen Substanz dahinter steckt. Das sollten selbst die anerkennen, die mit den Büchern nicht so viel anzufangen wissen, oder sie – wie die Prinzessin in diesem Haushalt auch – nicht ganz so herausragend finden: Es ist doch eigentlich einfach sehr hübsch, wenn ein Buch Menschen so mitreißen und begeistern kann, oder?

Also, folks, benehmt Euch, die New York Times macht’s vor: Einige mögen das witzig finden, anderen das Ende aufs Auge zu drücken, ich nicht. Ich tauche jetzt für ein paar Tage, soweit meine Erwerbsarbeit das zuläßt, ab in eine Welt ohne Internet.

Den Mitlesenden wünsche ich viel Vergnügen. Bis auf der anderen Seite dann.

(Sorting Hat, via)

Bad Monkeys!

Abt. für Literatur

Bad Monkeys CoverMatt Ruff (Weblog) ist großartig. Ich liebe seine bisherigen Bücher und sitze jetzt auf Kohlen. 2. Juli, heißt’s. Das sind fast noch volle sechs Monate. Ich würde wahnsinnig, erschiene nicht vorher schon der neue Moers. Und vielleicht ja auch der neue Potter.

Ah, das Jahr ist wohl doch gerettet.

(Bad Monkeys bei amazon.de vorbestellen)

Harry Potter. Band Sieben.

Grass 2.0

Es trifft immer die Besten

Abt. für Literatur

Oskar Pastior ist tot.

(Daß man ihm noch den Büchner-Preis verliehen hat, ist mehr als würdig und recht.)

Weltraumpreise

Abt. für Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta, Literatur

Ich möchte nur sagen, daß ich ein bißchen ziemlich neidisch bin, aber gerade keine 300 Euro rumliegen hatte.

Zuviel Rumgespreche, -fasel, äh, -dingens

Abt. für Literatur

Ich habe Florian Ilies’ Ortsgespräch nicht gelesen. Ich werde es sicher auch nicht lesen, denn ich habe Besseres zu tun und demnächst wohl noch Schlimmeres zu lesen, so ist das im Leben. Ich bin aber der Meinung, daß Oliver Nagels Erledigung wahrscheinlich alles enthält, was man zu Ilies’ Buch wissen muß. Danke.

(Wird auch noch ein Projekt: Ein Weblog nur mit Verrissen und Verweisen auf Verrisse. Je böser, desto besser; je präziser, desto besser. Macht jemand mit?)

[Edit 23.10.2006: Link zur Titanic aktualisiert/korrigiert.]

Sebastian Schultz: Buchstabensuppe

Abt. für Literatur, meine Lektüre

Auf Empfehlung der Titanic erwarb ich vor einigen Wochen Sebastian Schultz’ im Hütten-Verlag erschienenen “Romans” Buchstabensuppe.

Rocko Schamoni schrieb der Titanic zur Empfehlung:

Ich habe mich während der ersten Seiten ziemlich gequält, habe durchgehalten, weil ich ja wußte, daß ich belohnt werden würde – und schon auf Seite 7 den ganzen Einsatz zurückgezahlt bekommen.

In der Tat. Was als nicht besonders einfallsreicher und vor allem gruselig gesetzter hardboiled Krimi anfängt, schlägt nach wenigen Seiten schlagartig um. Auf welche Weise, soll hier zwar nicht verraten werden, auch die Netzeitung versagte sich dies, aber es sei doch an die sich anschließenden Worte Schamonis erinnert:

Die folgenden 180 Seiten sind ein Traum. Ich brauche im Leben nichts anderes mehr als diese 180 Seiten. Eine derartige Frechheit ist mir selten begegnet.

Und wenn ich auch, anders als andere, nicht der Meinung bin, mein Geld unbedingt zurückhaben zu müssen, so kann ich doch nur beipflichten: eine Frechheit. Oder präziser: das ist die neun Euro neunundsiebzig wirklich nicht wert, so originell ist das beileibe nicht.

(Aber als Geschenk ist’s nicht ganz so schlecht: Kaufen, die ersten zehn Seiten lesen (und sich dringend an Schamonis Leseempfehlung halten!) und dann verschenken. Wenn dann eines Tages die Nachfrage, ob das Buch denn auch gelesen wurde, bejaht wird, weiß man mit Sicherheit sofort, ob das Gegenüber lügt. Versprochen.)

Das Sonett trägt heute schwarz

Abt. für Literatur

Robert Gernhardt ist tot.

(via)

Literaturvermittlung für das 21. Jahrhundert

Adolf – Der Bonker

Abt. für Literatur

Är äst wiedär do!

(Noch nicht. Aber am 1. Juli – also kaum, wie der Piper-Verlag behauptet, pünktlich zum Jahrestag von Führers Untergang – kommt der neue Walter Moers – via)

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