Abteilung für Internet & Blogdings

 

Das vermutlich coolste Musikvideo der Dekade

Wo Unrecht zu Recht werden soll…

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen, Internet & Blogdings

frank93 @ twitter

Natürlich hat die Petition Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten ein Imageproblem. Denn oberflächlich wendet sie sich gegen eine Initiative, die u.a. von Familienministerin von der Leyen gestartet wurde, um den Zugriff auf Internetseiten zu sperren, die Kinderpornographie anbieten. Dagegen kann man ja eigentlich nicht sein.

Ist ja auch niemand. Man darf aber bestreiten, ob die “Stoppschilder im Internet” das erwünschte Ziel wirklich erreichen, oder ob sie nicht reiner Aktionismus sind, die nur den Blick auf Verbrechen zustellen, aber weder die Täter verfolgen noch die Kinder schützen – geschweige denn daß sie, was ja konsequent wäre, zum Abschalten der fraglichen Seiten führten.

Ich muß das hier nicht mehr ausführlich auseinanderdividieren. Die Argumente sind bereits mehrfach und ausführlich dargelegt worden; wer will kann sie bei heise.de (vor allem zum technischen Hintergrund; aus der c’t 9/2009) und bei Don Dahlmann (vor allem zu den politischen Argumenten) nachlesen.

Inzwischen geben auch die IT-Provider zu bedenken, daß die derzeit diskutierten Lösungen doch mindestens problematisch sind:

Prinzipiell hält es der [IT-Branchenverband] Bitkom nach wie vor für dringend geboten, die im Raum stehenden Web-Blockaden über ein Spezialgesetz zu realisieren. Damit könne deren “Ausnahmecharakter” unterstrichen und deutlich gemacht werden, dass es sich wirklich um eine abschließende Regelung ohne die vielfach geforderten Möglichkeiten für Ausweitungen etwa auf Seiten mit illegalen Glücksspielen oder rechtswidrig angebotenen urheberrechtlich geschützten Werken. Die gewählte Verankerung im Telemediengesetz (TMG) führe dagegen zu Systembrüchen und lasse aufgrund dessen “Querschnittscharakter” befürchten, “dass das Instrument künftig für weitere Inhaltskategorien fruchtbar gemacht werden soll”.

Daß diese ja auch von anderen bereits geäußerte Sorge nicht unberechtigt ist, wird schon allein daran deutlich, daß Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die bis vor kurzem noch vor einer Ausweitung der Sperrlisten warnte, nun “eine Ausweitung auf illegale Angebote geschützter Werke zumindest nicht komplett” ausschließen mag.

Ein Bruch des Urheberrechts ist, das sollte man vielleicht doch noch einmal vorsichtig anmerken, im Verhältnis zur Erstellung und Verbreitung von Kinderpornografie eine eher triviale Straftat, bei der letztlich vor allem finanzieller Schaden entsteht, aber keine Menschen direkt zu Schaden kommen. Auf jene Straftat mit der gleichen Keule zuzuschlagen wie auf diese, ist schon ziemlich übertrieben.

Denn um eine Keule handelt es sich: Die eingangs erwähnte Petition richtet sich ja gerade dagegen, daß die “Sperrliste” vom Bundeskriminalamt erstellt wird, geheim bleibt und durch keine richterliche Instanz (geschweige denn eine kritische Öffentlichkeit) geprüft werden kann oder darf. Lorenz Maroldt kommentiert das im revolutionärer Umtriebe wohl unverdächtigen Tagesspiegel mit den Worten:

Eine ungeheure Aussicht: staatliche Behörden, die unkontrolliert zensieren.

Die geplante Sperrliste rührt an den Grundfesten unserer Verfassung, am Rechtsstaat, an der Gewaltenteilung: wenn das Ansurfen einer gesperrten Seite auch noch zur Umkehrung der Unschuldsvermutung führt, dann wird der Ankläger, der den Straftatbestand selbst geschaffen hat, also eine Seite auf die Sperrliste gesetzt hat, gleich noch zum Richter, der zumindest eine Vorverurteilung beschließt.

Man kann das auch Polizeistaat nennen.

Was mich nun an den Reaktionen der KoalitionspolitikerInnen aufregt, ist die Blasiertheit, mit der sie die Argumente der GegnerInnen ihrer Initiative “gegen Kinderpornographie” nicht einmal zur Kenntnis nehmen. Man nehme nur Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, noch immer ziemlich frisch gebackener Wirtschaftsminister, der vorgestern in der Tagesschau zu Wort kam (via):

Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.

(Man muß die Worte schon ein wenig auf Zunge und Großhirnrinde bewegen, um das zu verstehen: Es macht ihn betroffen, wenn der Eindruck entstehen sollte? Warum verstärkt er ihn dann? – Abgesehen davon, daß er, was nun wirklich an Beleidigung grenzt, insinuiert, die UnterzeichnerInnen der Petition wollten den Zugang zu Kinderpornografie nicht erschweren.)

Viel häufiger aber als solche sprachlichen und inhaltlichen Blasen werden nun moralische Bekenntnisse abgegeben, die Gegner der Sperrung als Gegner der Zivilisation brandmarken wollen oder sich darüber empören, man müsse ja die Kinder schützen!

Aber mal ganz im Ernst: Wenn sich die PolitikerInnen der Koalition zu schade sind, sich mit den Argumenten der Gegenseite zu beschäftigen, und nur mit emotionalen bis verleumderischen Appellen und Verallgemeinerungen reagieren, dann brauchen wir diese unsere RepräsentantInnen nicht. Da kann ich mich, um’s mal polemisch zu sagen, auch von jenen regieren lassen, die sich emotional von der Bild-Zeitung fernsteuern lassen.

PolitikerInnen, die Argumente nicht zur Kenntnis nehmen und nur von Emotionen reden, machen genau den Job nicht, für den sie gewählt und von uns bezahlt werden: Sich gründlich und ernsthaft mit Themen auseinanderzusetzen und nach bestem Wissen und Gewissen zu wichtigen Fragen Entscheidungen zu treffen, die mit einer rechtsstaatlichen, freiheitlichen Demokratie in Einklang zu bringen sind.

(Auch noch bei Netzpolitik: Ein Hintergrundtext zur Frage, inwieweit die Netzsperren ein probates Mittel seien, um gegen Kinderpornografie vorzugehen.)

Fümpf!

Hinguckerin

Abt. für Film, Internet & Blogdings

Das wunderbare, praktische, bemerkenswerte film-zeit.de von Ines Walk ist jetzt frisch und farbig neu (und schick) aufgelegt. Zur Beachtung und regelmäßigen Lektüre empfohlen!

(Ines, wo ist der RSS-Feed?!)

Horrifying!

Abt. für A Series Of YouTubes, Internet & Blogdings

Ich mache das hier ja das ganze Jahr über, aber demnächst ist Halloween …

(via)

Wahl entschieden?

Blog 1.0

Wetten, daß

Abt. für Internet & Blogdings, Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

heute ganz viele Leute über das neue Blog und das neue Buch von Sascha Lobo und Kathrin Passig bloggen? Ist ja auch besser, als gar nichts auf die Reihe zu kriegen.

(via und)

You’re No One If You’re Not On Twitter

Web2.0-Verb der Woche

Wir sind hier alle auf dem falschen Dampfer

Die "Bild"-"Zeitung" erklärt, wie Globalisierung richtig geht

Abt. für Berlinalia, Internet & Blogdings, Medien

Tempelhof ist das Internet für Menschen, die Globalisierung leben wollen.

Also: Alle ab zum Flughafen, wo man, äh, immerhin ein paarmal täglich zu kleinen europäischen Provinzflughäfen abheben kann. Äh, das ist Globalisierung, äh, Internet.

(Analogienbildung sollte man wirklich nicht den Anfängern von der Bild-Redaktion überlassen. Alles weitere sagt das Bildblog.)

Up for grabs

Abt. für Internet & Blogdings

defective yeti macht kreative Blogpause:

My god, is there anything as intrinsically bloggy as a long and tedious post explaining why you haven’t been blogging? Someone should start a blog that consists solely of daily, long-winded, and humorous entries purporting to explain why it hasn’t been updated. Free idea. Yours for the taking.

Mach ich jetzt nicht. Aber ja, auch meine Blogfrequenz steht in umgekehrt proportionalem Verhältnis zur Fülle meines sonstigen Lebens (bzw. in direkt proportionalem zum Ausmaß meiner Prokrastrination – die abnimmt, je mehr wirklich zu erledigen ist, rasch). Hatte auf der re:publica das eine und andere Gespräch, das darauf hindeutete, hier habe man es mit einem nicht-singulären Phänomen zu tun. Ist Bloggen also nur das kreativere Abhängen? Von produktiv muß man ja noch gar nicht sprechen.

Oder nennen wir es Arbeit?

et in re:publica et twitter et cetera ego

Abt. für Internet & Blogdings

Heute: Voller Tag voll Textarbeit hier so haushaltsintern (wir nähern uns finalen Fassungen) und weitere Texte nicht wirklich bearbeiten, aber immerhin vorher gegenlesen – das ist immer noch re:publica-Nachlese, diesmal zur Frauenfrage.

Wer’s nicht recht glauben will, daß ich wirklich da war: zumindest wurde ich dort photographiert. Und angeblich bin ich im Beitrag des ARD-Mittagsmagazins auch kurz im Vorüberhuschen zu sehen. Sacht eine ganz altbekannte Quelle (Danke, U.!).

Und weil dies die re:publica der Twitterati war, paßt auch hierhin, daß ich heute den “Tweet des Tages” abgezwitschert habe. Prost!

re:publica: Advocacy 2.0

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen, Internet & Blogdings

Sitze im gleichnamigen Panel und schreibe hier mal ein paar Gedanken rein…

(Nein, keine zusammenhängenden Gedanken. Wahrlich nicht.) Weiterlesen »

re:publica und der Kopf ist leer

Abt. für Internet & Blogdings

Sitze also hier auf der re:publica und habe gar keine Lust, darüber zu schreiben. Bloggen doch eh alle, oder twittern (ich auch) oder hastenicht gesehen. Die erste Begeisterungswelle ist also schon eine Weile vorbei.

Vielleicht wird das nachher besser. Gleich: Futurismus.

Kriminalistik 2.0

Abt. für Internet & Blogdings

O Tempora, o Mores!

The girl went to MySpace.com, found profiles for two of the teens and identified them as two of her assailants, according to a police affidavit.

Police got a search warrant for MySpace.com records and found descriptions of the attack.

“The messages included details of the assault … and confirmed that four males were involved,” Detective Carl Kleinknecht said.

(via)

Spam-Stöckchen

Abt. für Internet & Blogdings

Peter fragt nach meiner Akismet-Spam-Statistik. Damit kann ich leider, wie die Denkfabrik, nicht dienen: Hier schnurrt SK2 und beschert mir Probleme mit meiner Datenbank. Vielleicht stelle ich demnächst mal um. Heute waren es jedenfalls 184 Spamkommentare, das ist ein nicht ungewöhnlicher Wert.

Ich reiche mal weiter an Markus, vasili und Alexander.

Wow.

Abt. für Internet & Blogdings, Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Sowas muß man sich erst einmal ausdenken können. Dreist.

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Virtuelles Stalking?

Abt. für Internet & Blogdings, Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Die Zelfi AG macht irgendwie online Geschäfte und betreibt Pseudoblogs im Standarddesign, die “Freizeit verbringen” heißen oder “Handy Blog”, und nicht eben Horte aktueller Einträge sind. Das sind dann die Homepages von Pseudopersonen, die bei Twitter einen Account haben und “Karl Beltzner” oder “Sascha Heinz” haben – und allesamt vor sieben Monaten einen einzelnen Twitter-Eintrag gemacht haben. Seit heute folgen die beide meinen Twitter-Einträgen, und das ist natürlich ihr gutes Recht.

Aber es geht mir auf den Sack. Lassen Sie das gefälligst.

The Difference it makes

Abt. für Film, Internet & Blogdings

I’ve been struck, yet again, by what a difference the Internet makes. Used to be, if you were on a conference call and you threw out a name or a film title that somebody didn’t recognize, you had to stop and fill them in. Now, though, often the only clue that someone’s unfamiliar with a reference is the faint flurry of keystrokes as they access IMDB.

Matt Ruff is talking to movie people.

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