Die Teenagerklappe

Das ist so bestürzend, bizarr und bescheuert, da bleibt mir die Spucke weg: Der US-Bundesstaat Nebraska hat die Einführung und vor allem rechtliche Regelung von Babyklappen auf den Weg gebracht. So weit, so wohl ganz sinnvoll gedacht.

Leider hat man vergessen, im Gesetz ein Höchstalter für die Kinder festzulegen, und anscheinend nutzen Eltern mit Nicht-Kleinstkindern diesen Umstand dazu, ihre schon etwas älteren Nachkömmlinge abzugeben.

Of the 34 children who have been dropped off at hospitals, officials said, not one has been an infant.

All but six have been older than 10, according to a Nebraska Department of Health and Human Services analysis.

Schreibt CNN. Und wir fragen uns stille oder nicht so stille, wie Menschen dazu kommen, ihre fünf- bis siebzehnjährigen Kinder einfach abgeben zu wollen. Sicher, Teenager möchte man gerne des Öfteren an die Wand klatschen, und fünfjährige Trotzkinder sind sicher kein Spaziergang; aber wie egal muß einem der Geisteszustand des eigenen Kindes sein, damit man in der Lage ist, es einfach in einem Krankenhaus abzugeben – und dafür in einem Fall extra von Florida nach Nebraska zu fliegen?

(Und dann kriecht die Frage im Großhirn umher, ob es bei solchen Eltern nicht besser für die Kinder ist. Und man bekommt ganz fiese, kulturpessimistische Anfälle.)

(via)

Live Coverage: USA wählt

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Natürlich säße ich gerne heute die ganze Nacht mit Chips & Bier vor dem Fernseher/Monitor und zöge mir genüßlich die Hochrechnungen und aktuellen Zahlen in den Neocortex. Aber da mich morgen abend ein Flugzeug nach Paris bringen soll und vorher noch reichlich zu tun ist, das nachts nicht erledigt werden kann, wird das wohl nichts werden. Schade um das beständige Wahlzwitschern und vor allem den klugen Mix der Menschen bei der BBC.

Vielleicht schaffe ich es immerhin noch, vor dem Einschlafen die von Stefan Niggemeier (hier und hier) empfohlenen Texte zu lesen. Bitte klicken Sie sich dort weiter. Oder starren Sie gebannt wie’s Kaninchen auf die sich abzeichnenden Ergebnisse: Weiterlesen »

John McPenguin?

Abt. für A Series Of YouTubes, Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Ein ganz neuer Blickwinkel auf den amerikanischen Wahlkampf: Ist John McCain der Penguin?

(Direktdebate; via)

Wahl entschieden?

Sarah Silverman endorses Barack Obama

Abt. für A Series Of YouTubes, Dinge, die von fern wie Politik aussehen

And I would much rather have a president whose name means “lightning” than a president named John whose name means “toilet” or “a guy who fucks hookers”.

Ich liebe diese Frau.

(Direktlink, via)

Preparing for the Debate

Taxi to the Dark Side – Online

Nein, das muß nicht sein

Abt. für Encyclopaedia Coprologica

Klingt aber auch sehr nach einem verfrühten Aprilscherz:

Zwei Jahre lang soll eine Frau im US-Staat Kansas auf der Toilette ihres Freundes gegessen und geschlafen – kurzum gelebt – haben. Mit der Zeit habe sie jedes Gefühl in den Beinen verloren, ihre Haut sei um den Sitz herum gewachsen, berichtete ihr Lebenspartner Kory M. Dennoch habe sich die 35-Jährige hartnäckig geweigert, ihr unkonventionelles Asyl zu verlassen.

Spiegel Online berichtet.

“US Beef, it’s good for ‘em”

Deutschland wieder auf Platz 3!

Abt. für Medien

Jedenfalls bei den Top 10 Bloodiest School Massacres Ever!

Eine sensationsgeile Hitliste entlang der Zahl der Opfer aufzustellen, und sich an Details der Bewaffnung etc. nochmals aufzugeilen, dazu gehört schon moralische Verrohung einer besonderen Qualität. Dagegen sind die Qualitätsjournalisten um Kai Diekmann nun wirklich ein Kindergarten.

Das alte Rein-Raus-Spiel

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

“Freiwillige Ausreise” ist das Unwort des Jahres 2006 – eben das, was man aus den “Ausreisezentren” gerne macht. (Das hatten wir schon.)

Gerne ausgereist wäre übrigens Murat Kurnaz zumindest aus Guantanamo, wo ihn die US-Regierung festhielt, die ihn allerdings anscheinend gerne wieder nach Hause schicken wollte. Allerdings scheint die rot-grüne Bundesregierung tief in die (wider)rechtliche Trickkiste gegriffen zu haben, um Kurnaz nicht wieder nach Deutschland lassen zu müssen. Warum auch immer.

Wenn die Vorwürfe gegen Rot-Grün auch nur zum Teil stimmen, sollte nicht nur Frank-Walter Steinmeier die Konsequenzen ziehen. Selbst wenn Kurnaz nicht deutscher Staatsbürger war und ist: Wer sich aktiv daran beteiligt, einen Unschuldigen länger als unbedingt nötig in einem Folterloch der USA sitzen zu lassen, ist als Minister oder auch nur im Dunstkreis der Regierung nicht tragbar.

Dringend nachgereicht werden muß in der Tat: Die Empörung der Öffentlichkeit.

Die USA sehen und …

Abt. für A Series Of YouTubes

… nicht einmal aufstehen. Gute Fahrt!

(Kurzstrecke; via)

Wenn die Exekutive macht, was sie will

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Die Soldaten versuchen systematisch, das Vertrauen zwischen Anwalt und Klient zu zerstören. Man sagte den Gefangenen, dass ihre Anwälte Juden oder schwul seien. Manchmal sprach ich morgens mit einem Mandanten, nachmittags wurde er verhört. Dabei stellte man ihnen Fragen nach Dingen, die sie mir, nicht aber dem Militär erzählt hatten. Ich nehme also an, dass unsere Gespräche abgehört werden, obwohl uns Vertraulichkeit zugesichert worden ist.

Und das ist noch das Harmlose. Das Magazin der Süddeutschen Zeitung trägt Stimmen aus Guantanamo zusammen. Ich kann nur hoffen, daß die derzeitige amerikanische Regierung (und ihre mittlerweile ausgeschiedenen Mitglieder) sich irgendwann nicht in ähnlichen Haftbedingungen wiederfinden. Sondern ihre gerechte Strafe erhalten und absitzen müssen.

Ansonsten hoffen mir mit George Walker Bush eben aufs jüngste Gericht. Das dürfte, da bin ich ganz arrogant überzeugt, einiges an Klarheit in diese Angelegenheit bringen.

(Irgendwie bin ich in dieser Angelegenheit zunehmend humorlos.)

“Every shot is for the betterment of our cause.”

Die Tötung eines Menschen unter der Überschrift “U.S. Army sniper nails record shot” zu vermelden, weil der Schuß aus besonders großer Entfernung abgegeben wurde, ist doch einfach, sage ich jetzt mal vorsichtig, pervers. Ekelerregend, und mindestens von zweifelhafter Ethik getragen. Selbst wenn der Getötete seinerseits ein Mörder war.

“America is great not because of what she has done for herself, but because of what she has done for others.”

It’s unacceptable to think (any other way than I do)

Wir verabschieden uns hiermit offiziell

Datumsbewußtsein

Da habe ich mich doch tatsächlich eine ganze Weile lang im Hinterkopf immer wieder gefragt, warum heute bei flickr so viele Bilder von hübschen Feuerwerksblumen eingestellt werden. Ja, warum nur? (File under: Ich Dussel.)

Pressefreiheit, welche Pressefreiheit?

Open-Source Counterterrorism

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Im neuen New Yorker ist ein interessanter Artikel von Benjamin Wallace-Wells über “Open-Source Counterterrorism”, wie es dort genannt wird, nachzulesen; m.a.W. über die Arbeit von privaten Firmen und Stiftungen, die sich mit der Analyse von terroristischen Bestrebungen beschäftigen.

Terrorism is, in part, theatre and psychological warfare, and many of the statements that Katz translates are propaganda intended to raise the profile of obscure groups. Katz sees her audience mainly as professionals—people whose job it is to stop terrorism or uncover it. But, by creating a shortcut around government agencies, she may also be contributing to the tendency that the media (and at times the government) has displayed since 9/11 to dramatize even the flimsiest threat. [...] Katz believes that the terrorists have been underestimated, and that more people should have direct access to what they are thinking and saying. The terrorists, of course, think so, too.

The Case for Impeachment

We have before us in the White House a thief who steals the country’s good name and reputation for his private interest and personal use; a liar who seeks to instill in the American people a state of fear; a televangelist who engages the United States in a never-ending crusade against all the world’s evil, a wastrel who squanders a vast sum of the nation’s wealth on what turns out to be a recruiting drive certain to multiply the host of our enemies. In a word, a criminal—known to be armed and shown to be dangerous. Under the three-strike rule available to the courts in California, judges sentence people to life in jail for having stolen from Wal-Mart a set of golf clubs or a child’s tricycle. Who then calls strikes on President Bush, and how many more does he get before being sent down on waivers to one of the Texas Prison Leagues?

Lewis H. Lapham: The Case for Impeachment

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