Tagesspiegel 1.5

Abt. für Berlinalia, Internet & Blogdings, Medien

Jaja, schon ganz hübsch und alles, die neue Tagesspiegel-Website. Ob’s übersichtlich und mir angenehm ist, weiß ich gar nicht so recht – ich lese eh’ eher anderswo. “Zeitung heute“, das ist jedenfalls eine gute Sache.

Aber, mal ganz ehrlich: “Artikel versenden” geht erst nach Anmeldung? Das ist ja wohl albern nutzungsunfreundlich, da ist ja Spargel Online zugänglicher.

Sturmblogging

Im Tagesspiegel-Leserreport:

mein Döner ist weg! – so ein Sturm, wurde aus der Hand gerissen! – Jack D (18.1.2007 17:21 Uhr)

Bin von einem Döner getroffen worden. Welcher Idiot isst bei diesem Wetter Döner? – Oliver (18.1.2007 20:25 Uhr)

Gefunden im Grindblog; dort und bei Zuckerbrot und auch fast überall sonst noch mehr Wind von Gestern.

(Nein, hier war’s ganz ruhig. Saß zuhause. Sturm blieb draußen. Metapher “sturmfreie Bude” wurde bei uns nicht bemüht. Und mich würde noch interessieren, wo der Döner in den drei Stunden dazwischen gewesen ist.)

Ich bin doof. Weil, wegen Internet

Abt. für Internet & Blogdings, Medien

Henryk M. Broder macht sich heute im Berliner Tagesspiegel mal so richtig differenzierte Gedanken zur freien Meinungsäußerung im Internet.

Mit dem Recht, eine Meinung verbreiten zu können, verhält es sich so wie mit den meisten Rechten, die auf einer unausgesprochenen Vereinbarung beruhen: Wenn sie von allen wahrgenommen werden, schaffen sie sich selbst ab.

Ja. Das ist ja bekanntermaßen auch mit dem Wahlrecht so: Wenn alle wählen dürfen, das kann nicht funktionieren, das muß Diktatur geben. Dann doch am besten gleich eine (unter H.M.B., natürlich).

Der ansonsten so penible Herr Broder empfand es anscheinend nicht einmal als nötig, sein Vokabular durchzusehen (man meldet, schreibt er, eine “domaine” an, das WWW ist irgendwie mit dem Internet identisch, u.s.f.) und hält seine eigene Unfähigkeit, in der Kakophonie, in die sich die Meinungsfreiheit online angeblich auflöse, für Struktur und Schwerpunkte zu sorgen, für das Grundübel der Welt:

Das WWW ist auch maßgeblich für die Infantilisierung und Idiotisierung der Öffentlichkeit verantwortlich.

Herr Broder, da würden mir auch noch RTL, die Bild-Zeitung, der Spiegel und einige andere Medien als potentielle Kandidaten einfallen. Und ob die von ihnen so hochgehaltene Filter- und Auswahlfunktion der gewissermaßen “Organisierten Medien” (hat ja was von Organisierter Kriminalität) wirklich funktioniert, wage ich zu bezweifeln, erreichen mich doch immer gern und immer wieder so ahnungslos dahingerotzte Texte wie Ihrer, die dann als “Kommentar”, “Position” oder “Meinung” deklariert werden, weil sich eine Verankerung in konkreten Fakten leider nicht herstellen ließ.

Da sind mir doch ehrliche, unverfrorene Beschimpfungen in Weblogs wesentlich lieber, in denen sich niemand hinter dem Untergang des Abendlandes verschanzt.

Truppen-Ethnologin revisited

Vor zwei Wochen hatten wir hier bereits die Frage, was eine Truppen-Ethnologin eigentlich so macht. Nun hat der Tagesspiegel Frau Mück im Kongo besucht und sie ein wenig begleitet und befragt.

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