Farbiger mit fünf Buchstaben?

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Die Prinzessin brachte gestern die Oktoberausgabe des Kinderunterhaltungsfaltblatts Schlaukopf. Der Pfiffikus aus deiner Apotheke mit nach Haus. Darin befindet sich auch außer einem total süßen Dackelposter und diversen lehrreichen Dingen auch ein “Kunterbunt” genanntes Kreuzworträtsel. Die einzutragenden Begriffe sind dabei links am Rand mit Bildern, gelegentlich, wie bei Kreuzworträtseln “für Erwachsene”, mit Begriffen angedeutet:

Kunterbunt-Rätsel

An achter Stelle (man beginnt bei der rot hinterlegten “1″ und hangelt sich entlang der Pfeile weiter) wird hier nach einem Synonym für “Farbiger” gefragt. Mit fünf Buchstaben, wie man in der Gesamtansicht sehen kann.

Farbiger mit fünf Buchstaben? Die meinen doch nicht …?

Doch. Meinen sie.

Auflösung - Kunterbunt-Rätsel - Sie meinen 'Neger'

Neger ist ein heute rassistisch konnotierter Begriff für mit Menschen dunkler Hautfarbe und bestimmten weiteren phänotypischen Merkmalen (Negride).

No-Go-Area Ostdeutschland

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen, Parallelgesellschaften

Altes Thema, neue Berichte:

Chima Onyele, 29, lebt als Musiker in Frankfurt, in Deutschland geboren.

Was Uwe-Karsten Heye da vor der WM angesprochen hat mit den »No-go-Areas«, das weiß ich schon seit zehn Jahren. Man geht einfach nicht nach Berlin-Marzahn und macht die Probe aufs Exempel. Man macht keine Zwischenstopps auf der ICE-Strecke nach Leipzig und man nimmt im Osten keinen Bummelzug.

Das SZ-Magazin hat ein paar Reporter nach Ostdeutschland geschickt, und diese haben einmal mit dort lebenden Menschen nicht-weißer Hautfarbe gesprochen.

Noah Sow, 32, Moderatorin und Sängerin, in Deutschland geboren.

Letztes Jahr bin ich mit dem ICE nach Potsdam gefahren: Da ist eine Horde Glatzen zu mir ins Abteil; sie haben den Vorhang zugezogen und mich belästigt – auf die Einzelheiten möchte ich lieber nicht eingehen. Zum Glück kam mir der Bundesgrenzschutz zu Hilfe. An der nächsten Haltestelle verließen die Bahnpolizisten aber für mich völlig überraschend den Zug. Ich flüchtete dann in ein Abteil mit zwei dunkelhäutigen Journalisten aus England. Es nützte nichts: Jetzt hatten die Glatzen freie Bahn für ihre Gewalttätigkeiten, Morddrohungen und sexuellen Belästigungen … Ich war danach monatelang arbeitsunfähig und in Therapie.

Die Berichte sind so gruselig, ich konnte das nicht in einem Rutsch durchlesen.

Lesen. Weitergeben.

(Lese ich eigentlich die falschen Blogs, oder warum schreibt da niemand drüber? Lest Ihr alle keine Zeitung mehr? Interessiert das nicht mehr, was sonst so passiert, außerhalb des eigenen Blogsafts und des eigenen kleinen Lebens?)

Schoko

Abt. für Gender Trouble

Wir haben auch Schoko

Nein, das geht gar nicht.

(Schön und gut ist aber der in den Kommentaren aufzufindende Link zur Seite sexism-sells mit Texten aus der Reihe Sexism and the Media, die ich letztes Jahr leider verpaßt hatte.)

Nochmal No-Go-Areas

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Wir hatten das Thema schon, jetzt hat Uwe-Karsten Heye ein Fettnäpfchen betreten, über das sich in der Tat trefflich streiten läßt – was nun auch prompt geschieht. Ob man das alles richtig oder falsch findet – wenigstens findet das Thema Rassismus so seinen Weg in die Nachrichten, und das zumindest ist schon mal nicht per se schlecht.

Heyes während eines Radiointerviews gefallene Äußerungen kann man im Original nachlesen und auch anhören.

Berliner No-Go-Areas

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Auch wenn niemand ein Pod- oder Vidcast daraus machen wollte, mit meinem Vorschlag, doch einmal die No-Go-Areas für Ausländer im Berliner Stadtgebiet zu explizieren, bin ich jedenfalls nicht allein. Der Afrika-Rat wird in den nächsten Wochen einen Katalog mit konkreten Hinweisen auf No-Go-Areas (Vor Betreten wird gewarnt) für die WM herausgeben, schreibt die Morgenpost, und fügt hinzu:

Der Blick in Reisebücher zeigt, daß sich dieses Bild dort fortsetzt: So schreibt der englische Reiseführer “Time out Berlin”, die Stadt sei sicher, setzt aber hinzu: “Vermeiden Sie die östlichen Vororte, wenn Sie homosexuell oder nicht-deutsch aussehen.”

Weiterlesen! (via)

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