Bald geht, wir ahnten es schon, wirklich die WM, pardon, die FIFA WM 2006™ los, Günther Netzer wirft sich schon in Schale, und die FIFA-Polizei wird beginnen, unser aller Handeln, Schreiben und gerne auch Denken, auf jeden Fall unser aller Werben zu kontrollieren.
Denn deren dummdreistes Markengehabe ist ja nur Kleinvieh; im Magazin der Süddeutschen Zeitung beschreibt heute Thomas Kistner unter der schönen Überschrift Viva la FIFA!, wie die feine Herrenriege um Herrn Blatter mit politischem Druck und derben Methoden gegen alle vorgeht, die den Gewinn schmälern könnten – den monetären für die FIFA, wohlgemerkt.
Durch die Städte verlaufen Protokollstrecken vom Hotel der Fifa-Fürsten bis zur Arena, auf denen alle Werbeflächen verdeckt sein müssen. Ausgenommen natürlich die Werbeflächen der Fifa-Topsponsoren.
Und für die Sponsoren lohnt sich das ebenso wie für die FIFA:
Man sei »stolz, die WM ohne öffentliche Gelder zu finanzieren«, betont der Chefcontroller Lentze: »durch Sponsoren- und TV-Einnahmen«. Das ist der Kleister, der die bunte Mär zusammenhält. Denn setzt man die 700 Millionen Euro der Topsponsoren gegen all die Euro-Milliarden, die der Steuerzahler für Stadien, Infrastruktur, Sicherheit zuschießt, verbleiben den Weltkonzernen – nach Abzug der Steuerrückflüsse – Ausgaben im Peanuts-Format für Werbezonen, die so groß wie Vorstädte sind.
Da möchte man schon mal gerne zum Boykott der ganzen Hauptsponsoren aufrufen, der Kommunikationsguerilla beitreten (oder sie wieder zum Leben erwecken) und vor allem jedem FIFA WM 2006™-Stadion so fern bleiben, wie es nur irgend geht.
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