Es gibt Momente, da weiß man nicht: unterlaufen Alex Rühle wirklich und versehentlich solche Tippfehler oder kann er Anspruch auf den Titel des Kalauerkönigs am goldenen Bande erheben? Findet sich doch heute in seinem sehr lesenswerten Text zum grassierenden Familienbild auch online folgender Passus (die Hervorhebung ist von mir):
Die einschlägigen Bücher zur Demographie stehen heute im Buchladen da, wo früher die Frauenliteratur zu finden war und verdrängen in ihrem reaktionären Duktus auch inhaltlich das meiste, was Emanzipation und sonstige Aufklärung eigentlich längst für unhinterfragbar hielten. Frauen tauchen darin als „sozialer Kitt“ und Empathiemaschinen auf, Kinder nur in Form mathematischer Zombies, als „200000 ungeborene Kinder pro Jahr“ nämlich. Diese menetekelhaft wiederholte Formel erinnert in ihrem grimmigen Appellfuror an die Pfarrer, die pubertierenden Jungen das Onanieren austreiben wollen, indem sie ihnen vorrechnen, dass dabei jedes Mal 100 Millionen Spermien in einem Taschentusch verenden.
Herr Rühle, sollten Sie das so gemeint haben, dann aber Tusch! Und wenn nicht, macht nichts, ist trotzdem toll. Herzlichst verliebt, Ihr R.W.

