Wanted

Filmkritik mit Verlosung

Abt. für Film

Wanted - Szenenbild - Quelle: Universal

Was mich an Timur Bekmambetovs Wanted am meisten irritiert hat und mir im Gedächtnis geblieben ist, ist die ungebremst misanthrope Haltung, die der Film ausstrahlt und die wohl das Erbe ausmacht, das der Film aus seiner Vorlage noch mitgenommen hat.

Denn anders als der Film dreht sich die Wanted-Comicreihe von Mark Millar und J.G. Jones (Infos; wohlfeil in einem Band zu erwerben) keineswegs um eine Bruderschaft von Auftragskillern (Auftraggeber: der Webstuhl des Schicksals, the loom of fate, I kid you not); stattdessen wird der Loser Wesley von der schönen Fox nicht unbedingt freundlich darüber informiert, daß sein Vater Mitglied einer Gruppe richtig widerlicher Bastarde war – und er jetzt an seine Stelle rücken kann. Als solcher erwirbt er nicht nur eine Lizenz, sondern einen Freibrief zum Töten, und nutzt seine neu gewonnenen Möglichkeiten sofort, um alte Feinde aus Schulzeiten ebenso umzubringen wie Mädchen, bei denen er mal abgeblitzt ist. Was er “wirklich will”, so Fox, das solle er lernen, und manchmal sei das eben, jemanden umzubringen.

Der Comic ist die zynische Variante der Geschichte vom Loser, aus dem dann (Auftritt: schöne Frau) plötzlich doch noch etwas wird; eine Art Matrix ohne Computer und moralische Grenzen. Es geht dann noch ein bißchen weiter mit Superhelden und Superbösewichtern, aber das spielt für den Film schon lange keine Rolle mehr. (Und bestimmt ist es kein Zufall, daß das Stoffgewebe (des Schicksals!) seine eigene Matrix bildet, Wesley aber, der den Webschlitten im Flug stoppen kann, längst nicht mehr Teil dieses Gewebes ist, sondern von außen daraufblickt und es manipulieren kann. Aber ich schweife ab.) Weiterlesen »

AdventsbetexterInnengewinnkonzertbericht

Als Nachrücker hatte ich vor einigen Wochen im “Adventsbetexter”-Gewinnspiel des Hauptstadtblog zwei Karten gewonnen – eigentlich waren sie für einen schönen Abend mit Till Brönner gedacht, aufgrund von Verwicklungen gab es dann aber doch keine Karten. Stattdessen für den 6. Januar, ebenfalls in der Philharmonie, das DSO unter Leitung von Kent Nagano. Mangels Babysitter und wegen wiederum anderer Verwicklungen konnte ich nicht selber gehen, aber der Prinzessin und einer Freundin von uns hat es gefallen; hier ihr kurzer Bericht:

Statt Trompeten vor Weihnachten Violine zu Heilg’ Drei König

Mit einem gewagt durchmischten Programm konnten wir als nachgerückt drittplazierte Gewinner des ersten „Die Adventsbetexter“-Wettbewerbs zusammen mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin unter der Leitung von Kent Nagano in der Philharmonie ins neue Jahr starten. Der Beginn des Abends stand ganz im Zeichen des Meeres: Circulating Ocean, ein Orchesterwerk des Japaners Toshio Hosokawa ist bisher nur selten zu hören gewesen, da er es erst 2005 im Auftrag der Salzburger Festspiele komponiert hat. Anders als man erwarten könnte, brach über uns keine Flut und tosende Wellen herein, sondern es dominierten leise, luftige Töne – besonders schön fand ich die zarten japanischen Windglocken. Trotz des fast voll belegten großen Konzertraums haben sie uns ganz intim an den Bewegungen des ‚Klang-Ozeans‘ teilhaben lassen. Der tosende Applaus für den anwesenden Komponisten war also völlig gerechtfertigt.

Nach diesem ganz ‚frischen‘ Stück wurden wir per Zeitsprung ins 18. Jahrhundert zurückversetzt. Und überraschenderweise paßte Wolfgang Amadeus Mozarts fröhliches, aber nicht zu aufdringliches Violinkonzert in G-Dur ganz wunderbar zu Circulation Ocean. Ein großes Orchesterstück hätte den Eindruck zu sehr überlagert. Den symphonischen, großen Klang bekamen wir dann aber noch nach der Pause geboten. Mit Johannes Brahms Dritter Symphonie endete der Abend großartig, und die eingängigen Melodien begleiteten uns noch beschwingt nach Hause. Vielen Dank für den klang- und geschmackvollen Gewinn!

Und nochmals danke, Matthias!

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