FFF 08: Tag 4

Abt. für Film

Weil sich meine Pläne für die nächsten Tage komplett geändert haben, sieht auch mein FFF-Programm jetzt ganz anders aus. Mal sehen, was noch geht… Gestern ging (in aller Kürze, heute ist noch viel zu tun, Waschmaschine läuft):

L’Auberge Rouge/The Red Inn

Szenenbild The Red Inn

Fröhliche Komödie in einem nicht wirklich historischen akkuraten Setting in den Pyrenäen irgendwann nach der Französischen Revolution. Zwei Wirtsleute nebst Kindern meucheln ihre Gäste und leben davon ganz gut. Leider wird eine neue Straße gebaut, die den Weg an ihrem Gasthaus vorbei obsolet macht, und deshalb wollen die beiden noch einmal richtig abräumen, als eine Gruppe wohlhabender Reisender vorbeischaut.

Das ist sehr albern, aber erstaunlich lustig, zumal der Film nicht auf puren Slapstick oder Zoten vertraut, sondern den Humor aus den Figuren und aus den Situationen heraus entwickelt. Wird bis zum allerdings etwas hinausgezogenen Schluß kaum langweilig.

Awake

Szenenbild Awake

Es ist wohl ein rechter Albtraum, während einer Operation narkotisiert aber hellwach und schmerzempfindlich zu sein. Allein aus den Schmerzen ließe sich wahrscheinlich ein wahrhaft furchterregender Film machen, aber dazu müßte man natürlich wissen, wie man das inszeniert. Das weiß Joby Harold nicht so genau, aber das Thema Schmerzen ist dann auch, obwohl das in der Filmlogik nicht besonders konsequent ist) schnell abgehakt – hier geht es um eine ganz andere Geschichte, die sich dem Patienten (Hayden Christensen, der offenbar sogar ein bißchen spielen kann) aus dem Geschehen um den OP-Tisch offenbart. Dummerweise weiß man mit ein bißchen Filmerfahrung schon allzu bald, wohin der Hase läuft, und dann dauert es noch eine ganze Weile, bis die anderen es auch alle kapiert haben. Und, jetzt mal ehrlich: Jessica Alba allein ist auch kein hinreichender Grund, sich den Film anzusehen.

Let The Right One In

Szenenbild Let The Right One In

Zweifellos der bisher beste Film des (meines) Festivals; eine präzise fotografierte, subtile Coming-of-Age-Geschichte, die eher zufällig auch eine Vampirgeschichte ist. In der trocken-realistischen Welt von Let The Right One In (zu Weihnachten als So Finster Die Nacht auch bundesweit im Kino) wirken die Fähigkeiten des Vampirs Eli umso intensiver, sie dominieren den Film aber zu keinem Zeitpunkt. Stattdessen geht es ein bißchen ums Erwachsenwerden, vor allem aber um Freundschaft, Vertrauen und wie es ist, ein Außenseiter zu sein. Atemberaubend schön.

Dance Of The Dead

Szenenbild Dance of the Dead

Gerade wenn man denkt, nur stereotype Trashgenrekost vorgesetzt zu bekommen, dreht einem so ein Film eine lange Nase. Dance Of The Dead ist nicht nur unterhaltsam, sondern streckenweise sogar sehr, sehr lustig, jedenfalls für Zombiefans. Der Splatterhumor ist treffend, die Inszenierung ausreichend albern und die Charaktere herzergreifend überzogen. Der Film ist so zugleich Neubelebung der Splatterkomödie als auch Hommage an die Highschool-Komödien der 80er Jahre; nicht von ungefähr hat man zuweilen das Gefühl, deren Protagonisten seien hier noch einmal wiederbelebt worden. Untot oder lebendig, je nachdem.

(Fotos: Fantasy Filmfest)

FFF 08: Tag 3

Abt. für Film

Szenenbild Like A Dragon

Like A Dragon

Bunt geht’s zu in Tokio, brutal und durchweg durcheinander. Ein junges Pärchen findet Gefallen am Stehlen und zieht mit Gesichtsmaske und Messer durch die kleinen Läden der Stadt. Ein frisch entlassener Yakuza findet seinen Boss nicht mehr, wohl aber reichlich Leute, die ihn verprügeln wollen. Zwischendrin sucht ein Mädchen seine Mutter, und ein koreanischer Killer sammelt Informationen. Flott ist das, sogar spaßig, wenn man absurde Schieß- und Prügelorgien lustig finden kann, aber inhaltlich und sonstwie ist das alles ziemlich egal und darf schnell wieder vergessen werden.

Jack Brooks, Monster Slayer

Szenenbild Jack Brooks

Sagen wir’s direkt: Trash vom Feinsten. Jack Brooks ist sicher kein Film für einen differenziert nachdenklich gestalteten Abend, feiert aber mit Freude das gute, alte Monsterkino, als die Biester noch aus Latex waren (nicht aus Pixeln), unter dem ein Mensch schuftete und schwitzte. Der Held ist ein jungenhafter Installateur mit traumatischer Kindheit und einem echten Problem beim Anger Management. Das erweist sich im Umgang mit menschenfressenden Ungetümen als durchaus sinnvoll anwendbarer Charakterzug. Die unwichtigste, aber dennoch beantwortete Frage des Films: Will he get the girl? (Besprechung in der New York Times)

My Name is Bruce

Szenenbild My Name is Bruce

Wo Jack Brooks nostalgisch Trash (und sehr explizit auch die Evil-Dead-Filme) feiert und nachbaut, blickt Bruce Campbell, der Held von My Name is Bruce, erstmal ziemlich frustriert auf seine B-Movies zurück. Er dreht sie noch immer, und sie werden nicht besser. Gerade dreht er “Cave Aliens 2″, da treten die Bewohner des Städtchens Gold Lick an ihn heran, die ein Problem mit einer sehr wütenden chinesischen Gottheit haben. Ob der Held so vieler Monsterfilme ihren persönlichen Unhold vielleicht rasch mal zurück unter die Erde bringen könnte?

Bruce müht sich redlich, und hinein kommt in diese von Campbell selbst inszenierten Klamotte neben der eher simplen Geistergeschichte noch etwas Satire auf den Starkult und seine Protagonisten; heraus kommen einigermaßen unterhaltsame 90 Minuten ohne bemerkenswerten Mehrwert. Glücklicherweise geht der Regisseur mit seinem Star (also sich selbst) nicht allzu zimperlich um.

(Fotos: Fantasy Filmfest)

FFF 08: Tag 2

Abt. für Film

Acolytes

Szenenbild Acolytes

Hier ist viel Einsamkeit: Die Figuren dieses Films stehen gerne alleine im Bild herum. Natürlich heißt das auch, daß sie einander entfremdet sind, das Emotionen hier eine wacklige Angelegenheit sind; leider macht sie all das nicht unbedingt sympathisch oder tragisch, sondern hinterläßt vor allem ein Gefühl allgemeiner Kälte, daß dem Interesse am Film nicht eben zuträglich ist.

Was jetzt schlechter klingt, als es ist, denn handwerklich ist der wirklich gut gemacht, und die SchauspielerInnen sind mehr als überzeugend. Acolytes bleibt aber zu sehr auf Distanz zu seinen Figuren und seiner eigenen Story, der zudem nach einer Weile ein wenig die Puste ausgeht.

Sasori

Szenenbild Sasori

Eine nur allzu klassische weibliche Rachegeschichte, asiatisch-blutig und ausgetragen mit Schwert, Faust, Fuß und nur gelegentlich auch Schußwaffen. Die Heldin kehrt anscheinend unbeschadet von den Toten zurück, nachdem sie vorher im Gefängnis durch das Beschauen von Kämpfen zwischen ihren Mitinsassinnen die rechten Schwünge und Knüffe gelernt hat. Versteht sich von selbst, daß die Kämpfe in weitgehend unbekleidetem Zustand und auf schlammbedecktem Boden durchgeführt werden. Warum das so ist, weiß man allerdings nicht, und es spielt auch keine Rolle. Immerhin ist die Woman-on-Woman-Gewalt hier kompromißlos und frei von aller Dead-Or-Alive-Harmlosigkeit.

Dorothy Mills

Szenenbild Dorothy Mills

Schon wieder Naturbilder, dachte ich am Anfang; wie Acolytes beginnt auch Dorothy Mills mit ein paar ausgedehnten Totalen schöner Natur. Hier ist’s halt nicht die australische Provinz, hier ist der Schauplatz eine irische Insel, auf der Religiosität noch was bedeutet. Irgendwie weiß man schon, daß Religion und Wahnsinn im Film gemeinsam gerne in seltsame Richtungen wanken, aber dieser Film um eine junge Frau mit multipler Persönlichkeitsstörung versteht es vorzüglich, seine finsteren Absichten eine ganze Weile versteckt zu halten. Allein das Ende hätte vielleicht ein wenig weniger Schmalz verdient.

Doch sei’s drum: Carice van Houten (zuletzt gesehen in Paul Verhoevens Black Book) als Psychiaterin mit Vergangenheit und Jenn Murray als Dorothy Mills liefern hier eine überzeugende Leistung ab. Hardcore-Horrorfans werden hier gleichwohl ein wenig enttäuscht werden. Das Blut, das fließt, gehört vor allem geschlachteten Tieren.

The Midnight Meat Train

Szenenbild Midnight Meat Train

Am Ende dreht sich erst einmal alles im Kopf, so bröselig-blöde übersteuert scheint das Finale zu sein, oder vielleicht ist es die Szene kurz vorher, in der die Kamera viel zu schnell horizontal um einen fahrenden U-Bahn-Wagen kreist, in dem sich zwei Männer auf Leben und Tod mit Hammer und Klingen verdreschen… man weiß es nicht. Die Kamera hängt sich jedenfalls viel an die New Yorker Metro in diesem Film, klebt an den Waggons oder läßt sie vorbeirasen, immer knapp am Objektiv vorbei – aber das wird rasch redundant, und Herzklopfen will sich nicht so richtig einstellen.

Einmal wird’s richtig spannend, aber das ist ein gutes altes Vor-dem-Mörder-Versteckspiel, das mit Kamerafahrten durch die Kulissen effektiv Spannung erzeugt. Die Handlung ist dagegen viel weniger effektiv, reduziert oder auch nur stringent. (Beim Verfilmen einer Kurzgeschichte ist es zuweilen sinnvoll, sich an den Wortbestandteil “Kurz” zu erinnern.) Stattdessen mäandert sie ein bißchen durch die ach so verrottende Stadt (auch das so eine Behauptung, die der Film in seinen pittoresken Verfallsbildern nicht wirklich einlösen kann), während die Figuren verschiedentlich Dinge tun, deren Motivation sich auch im Nachhinein nicht recht erschließen mag.

(Und: meine Kritik von Eden Lake ist online.)

(Fotos: Fantasy Filmfest)

FFF 08: Opening Night und Tag 1

Abt. für Film

Wir sind die Versuchskaninchen. Das war in nuce die Ankündigung des Festivalteams zum Start des Fantasy Filmfests in Berlin: Denn am “ersten” Festivalort muß vieles noch erprobt werden, sind manche Filme noch nicht da (oder gar fertig – Lady Blood wird wohl nur als HD-Vorfassung zu sehen sein.

Aber egal. Die Auftaktvorstellung war voll, wenn auch mit nicht ganz so vielen schwarzgekleideten Menschen besetzt wie bei anderen Vorstellungen üblich. Das war dann erwartungsgemäß bei Repo! schon anders, während sich in die JCVD-Vorstellung ein paar FFF-unerfahrene Van-Damme-Fans verloren hatten, die dafür mit Applaus begrüßt wurden. Hier ist man offen für alles: Der beste Film aller Zeiten für Rainer Stefan, Leiter des FFF? Bambi.

Ich meinerseits habe es etwas ruhiger angehen lassen als geplant, man muß ja auch mal essen, schlafen, arbeiten und drüber schreiben – dafür stehen heute und morgen auch eine ganze Reihe von Filmen auf meinem Programm. Hier erste kurze Eindrücke, längere Texte folgen.

Eden Lake

Szenenbild Eden Lake

Eine sehr dichte Variation des Backwood-Slashers auf die reale britische Gegenwart, mit einer beeindruckenden (und beeindruckend schönen) Hauptdarstellerin, aber nicht weniger brillanten KinderdarstellerInnen. Ausführliche Besprechung schon ganz bald. ist da.

Repo! The Genetic Opera

Szenenbild Repo!

Leider kenne ich die Bühnenfassung dieses Splattermusicals nicht – das sollte man bei Gelegenheit nachholen. Der visuelle Stil liegt irgendwo zwischen Steampunk, Emo, S/M und Krankenschwesterporno, während die Musik von Bombastrock über Industrial bis Japanpop nicht weniger eklektisch durch die Gegenwartsmusik hechelt. Zwischendrin gibt’s Comiceinlagen, weil man das heutzutage so macht, aber Spaß macht es trotzdem. Ernstnehmen kann man dieses Jahr 2057 sowieso nicht, dafür hat Paris Hilton ihre beste Filmrolle ever. Und Gutelaunerock gibt’s auch:

JCVD

Szenenbild JCVD

Als Charakterdarsteller ist Jean-Claude Van Damme bisher nicht besonders aufgefallen, und seine besseren Filme (ja doch, Hard Target) hat er wahrscheinlich auch besseren Regisseuren (ja doch, John Woo) zu verdanken. Die BelgierInnen, seine Landsleute, mögen das anders sehen – das jedenfalls ist wiederholt Thema in dieser seltsamen Thrillerkomödie, die weder richtig spannend noch richtig lustig ist, aber dennoch nie langweilig oder ernst wird. Van Damme spielt sich hier selbst, wie er in einer belgischen Kleinstadt auf einmal mitten in einem Banküberfall steckt – das scheint ein Thema des FFF dieses Jahr zu sein, Helden des Genrekinos mit ihren Fans zu konfrontieren. Bei My Name is Bruce wird das wohl großer Trash, hier ist das eher ernsthaft gemacht, mit einem großen Theatermonolog für den alternden Star.

(Fotos: Fantasy Filmfest)

Schweigepflicht für JournalistInnen

Constantin Film will Ermittlungen im Fall Baader-Meinhof nicht behindern

Abt. für Film, Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Der Deutsche Journalisten-Verband und die Süddeutsche Zeitung beschweren sich unisono und zurecht über die seltsamen Knebelverträge, die Constantin Film JournalistInnen aufdrücken will, die eine Vorfassung von Der Baader Meinhof Komplex zu sehen bekommen wollen.

Nun ist das einigermaßen bizarr; denn ich kann mir kaum vorstellen, daß Journaille-Horden permanent den Constantin’schen Firmensitz belagern, um möglichst rasch einen Blick aufs Zelluloid erhaschen zu können; dafür sind wir eigentlich für gewöhnlich zu beschäftigt. Stattdessen soll ja die Vorführung Publicity generieren, sonst braucht man sie nicht zu machen, und den JournalistInnen dann den Mund zu verbieten, ist, obwohl’s anscheinend legal ist, schon ziemlich frech. Mit Strafen im fünfstelligen Eurobereich zu drohen, ist ein Skandal.

Daraus kann man, auch aus den von Thomas treffend benannten Gründen, eigentlich nur einen Schluß ziehen: die Berichterstattung zu diesem Film komplett verweigern. Ich schließe mich daher Thomas’ Aufruf an – von mir kriegt der Film jedenfalls keine Zeile. Ich habe auch wirklich Interessanteres zu tun.

Die einzige Alternative zum Boykott hat Lukas schon ausgelotet: Er verrät einfach die ganze Filmhandlung.

Laßt die Lichtspiele beginnen

Abt. für Berlinalia, Film

Dauerkarte FFF Berlin

Heute abend beginnt hier in Berlin das diesjährige Fantasy Filmfest, und dank den freundlichen Menschen von Rosebud Entertainment und dem Einsatz der Redaktion von blairwitch.de werde ich in diesem Jahr eine ganze Reihe von Filmen sehen können. Mein derzeitiger Plan enthält (in Klammern) noch ein paar Unsicherheiten und kann sich noch ein wenig ändern, sieht aber zur Zeit so aus:

12.8.: Eden Lake

13.8.: (Melody’s Smile) – Repo! The Genetic OperaJCVDCrossfire

14.8.: AcolytesSummer ScarsDorothy MillsMidnight Meat Train – (The Protocol)

15.8.: CA$H – (Like A Dragon) – Jack Brooks, Monster SlayerMy Name is Bruce

16.8.: The Red Inn

17.8.: The StrangersIt’s Alive

18.8.: The BrøkenLady Blood

19.8.: Mother of Tears

20.8.: The SubstituteMirrorsThe Chaser

Ein paar meiner Lieblingskandidaten werde ich so leider aus Zeitgründen nicht sehen können, aber auf jeden Fall wird es zu allen Filmen mindestens kurze Anmerkungen hier im Blog geben und zu den meisten auch ausführliche Kritiken bei blairwitch.de.

Stefan Höltgen geht wohl in Köln aufs FFF – wer noch?

The Dark Knight

The Dark Knight - Szenenfoto (c) Warner Bros.

(für den lieben M., dem ich den Abend, wenn nicht versaut, so doch zumindest zerrissen habe)

Im Grunde muß man über The Dark Knight nicht mehr viel schreiben und sagen, die Kritiken sind jetzt schon so zahlreich und so durchweg positiv, daß man nur bestätigen kann: Ja, ein richtig, richtig guter Film.

Und der beste Superheldenfilm seit Spider-Man, vor allem aber der bessere Spider-Man 3. Dort sollte die Spaltung in Gut und Böse sich ganz innerhalb der Person von Peter Parker und seinem eifersüchtigen, gewalttätigen Alter Ego abspielen. Das führte nicht nur zu einer ziemlich gedrängten Erzählung, in der auch noch zwei Spidey-Gegenspieler ab- und durchgenudelt werden mußten, es war auch insgesamt weniger überzeugend bis lächerlich. Das war umso bedauerlicher, als der erste Spider-Man gerade dort am besten war, wo er sich nur mit der inneren Spannung seiner Hauptperson beschäftigte.

In The Dark Knight sind Gut und Böse nun fein säuberlich getrennt, mit Batman hier und dem Joker dort – “You complete me” gurrt er einmal, und weiß genau, daß auch Batman nur durch ihn komplett ist. Das trifft den entscheidenden Punkt bestürzend genau: Ohne solche Bösewichter ist Batman eine völlig uninteressante Figur.

Sein Gerechtigkeitssinn, der sich in Batman Begins vor einer allerdings sonst ziemlich faden Geschichte entwickeln durfte, ist hier so vollständig und letztlich unangreifbar, daß seiner schwarzen Kevlarrüstung kein Schillern abzugewinnen ist. (Daß Christian Bale ihn so regungslos spielt und als Batman auch nur von Nasenunterkante bis Kinn zu sehen ist, macht es nicht besser.) Stattdessen sind es, wie ein amerikanischer Rezensent schrieb, die Szenen mit dem Joker, auf die man wartet. Und es sind diese Szenen, die hängen bleiben, weil sie nachdrücklich bestürzend und beängstigend sind. Weiterlesen »

Watchmen-Trailer

Abt. für Film

Aller berechigten Skepsis zum Trotz sieht das nicht ganz schlecht aus:

(direkt; via)

Filmkritiken diese Woche

Abt. für Film

Lang besprochen:

Mamma Mia! – Filmkritik bei critic.de

Freche Mädchen – Filmkritik bei critic.de

Kurz besprochen:

Next (2007)

An der Stelle, wo bei mir ansonsten das Gehirn sitzt, habe ich bei Filmen mit Nicolas Cage aus unbekannten Gründen einen Soft Spot – so auch bei Next. Dabei ist, Philip hin, K. Dick her, die Geschichte nach Abhandlung der Grundidee wenig aufregend, und relativ schnell hat man auch kapiert, was das für Möglichkeiten und Variationen bietet: Flashforwards statt Flashbacks. Nicht-Erschießbar ist der Hauptdarsteller außerdem.

Trotzdem ist das insgesamt ganz unterhaltend, weil es insgesamt flott vorangeht, und natürlich spielt Jessica Biel mit, die man gerne anschaut, auch wenn der Film selbst nicht vollkommen überzeugt. Wie etwa mit der Schlußpointe, für die man sich auch etwas anderes hätte einfallen lassen können.

Censored

Darf ein Filmverleih JournalistInnen knebeln?

Abt. für Film, Medien

Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Die Pressevorführungen von Krieg der Welten, diesem gräßlichen Tom-Cruise-Vehikel, durfte nur besuchen, wer vorher unterschrieb, die Kritik nicht vor einem bestimmten Datum zu veröffentlichen. Anders ausgedrückt: Ein Maulkorb.

Natürlich ist das nicht ungewöhnlich, auch für Literaturrezensionen gibt es meist Sperrfristen der Verlage – soweit ich weiß, werden diese aber nie mit ausdrücklichen Strafandrohungen und trullala verbunden. Jetzt ist es mal wieder soweit: Die meisten Sex and the City-Reviews werden wohl erst in einer Woche am 28. Mai eintrudeln.

Und unabhängig von der Frage, ob solche Knebelverträge auch etwas über die Qualität der (nicht) zu besprechenden Filme aussagen (ich vermute: leider ja), würde ich gerne wissen:

Dürfen die das? Und könnte man wirklich belangt werden, wenn man die Freiheit der Presse in Anspruch nimmt und seinen Text vorher publiziert?

Jetzt entdeckt: RAF hatte doch recht!

It makes so much more sense now!

Abt. für Film

Das wirklich überraschend unterhaltsame an dem schön trashigen Zombie Strippers ist, bei aller ziemlich platten Exploitation, die man dem Film schon im Titel ansieht, daß man eben doch nicht genau das bekommt, was man erwartet, sondern etwas ein bißchen anderes.

Etwas ausführlicher habe ich das für blairwitch.de zu fassen versucht.

Kurzkritiken: Hostage, Anamorph

Abt. für Film

Hostage – Entführt (2005)

Seit wann eigentlich ist die Weißblende ein hinreichendes filmisches Mittel, um psychischen Schmerz darzustellen? Wann immer hier Bruce Willis wieder einmal mit Leid und seinem Trauma konfrontiert wird – bei einer Geiselnahme ging alles schief, und auch ein kleines Kind kam ums Leben – verdreht er die Augen, und das Bild verschwindet in einem Meer aus Weiß. Ist okay, dabei zeigt er in diesem Film gelegentlich durchaus, daß er durchaus in der Lage ist, Emotionen zu transportieren.

Das ist insofern egal, weil man sich hier nie für irgendjemanden interessiert – nicht für die Täter, nicht für die Opfer der natürlich kathartischen Doppelgeiselnahme, durch die Willis’ Figur hindurchwandern muß, um am Ende jedenfalls sicher nicht glücklicher als vorher zu sein. Für ein Willis-Vehikel ist der Film auffallend düster geraten, aber letzten Ende bleibt der Film vor allem: egal.

Anamorph – Die Kunst zu töten (2007)

Nach der Besprechung in der New York Times hatte ich wirklich ein bißchen Lust auf diesen Film und nahm es als gutes Omen, daß, zwei Tage nachdem ich nur gedacht hatte “Ich sollte um eine Rezensions-DVD bitten”, sie schon bei mir im Briefkasten lag – wohlgemerkt ohne Nachfragen meinerseits beim Verleih. Ich finde, daß mehr Produktionsfirmen ihre Bestellungen auf Gedankenübertragung umstellen sollten.

Mit gewissen Hoffnungen habe ich den Film also am Samstag jetzt gesehen, die sich sicherlich auch auf Willem Dafoe und die auf der Leinwand viel zu selten gesichtete Clea DuVall richteten – aber, ach, die Lust an einer detaillierten Kritik ist mir rasch vergangen. Zu sehr legte sich bleierne Langeweile über meine Augenlider. Es liegt nicht mal unbedingt an Dafoe und wohl auch nicht an DuVall, die vielleicht fünf Minuten Screentime hat.

Der Film, eine eigentlich nicht mal doof gedachte Serienmörderstory, zieht sich einfach unglaublich zäh dahin; viele Einstellungen sollen die Verlorenheit und Einsamkeit von Dafoes Figur deutlich machen, die man aber schon nach wenigen Szenen mit Dafoe kapiert hat – wofür engagiert man einen solchen Schauspieler, wenn man seinen Fähigkeiten dann nicht traut? Auch visuell ist das alles sehr ambitioniert und gar nicht einmal schlecht gemacht, aber davon hat man halt wenig, wenn einem die Augen zufallen.

Auch macht der Film letzten Endes nichts aus seinem Bösewicht, und auch nichts aus dem Grundthema, das Mord als ein Kunstwerk betrachten will – und irgendwie auch mit der Kunstgeschichte in Verbindung bringen will. Da sind wiederum die Ambitionen groß, dem Drehbuch fällt zu seinen eigenen Ideen dann aber nichts Gutes ein. Und so geht es dann auch zu Ende.

(ab 6. Juni im Verleih, ab 11. Juli im Verkauf)

(Direkttrailer)

Extrem kurze Filmnachrichten

St Trinian’s

Abt. für A Series Of YouTubes, Film, Pop

Das läuft hier gerade auf Endlosschleife. (Müßte eigentlich tippen.) Ich krieg’s eh nicht aus meinem Kopf, da kann es auch hierhin.

Im Kino voraussichtlich ab 7. August, aus England auch jetzt schon auf DVD.

Motherf*cking Zombies on a motherf*cking plane

Super Film: "Plane Dead"

Abt. für Film

Zumindest einige der Titel dieses Films scheinen darauf hinzudeuten, daß den Machern nicht unbedingt ein ungewöhnliches Remake zu Snakes on a Plane vorschwebte – letztlich ist es aber völlig wurscht, ob Plane Dead aka Plane Dead – Zombies on a Plane aka Flight of the Living Dead: Outbreak on a Plane (Homepage) eine Variation auf den Schlangenfilm mit Zombies oder eine Variation von Zombiefilmen an Bord eines Flugzeugs ist.

Trash ist der Film so oder so. Weder im grundlegenden Ansatz noch in den Einzelheiten kann Plane Dead (einigen wir uns auf den Titel?) irgendwie anders als völlig Ballaballa genannt werden.

Ein Wissenschaftler hat nicht besonders legal einen Körper mit einer künstlich hergestellten Krankheit infiziert – entwickelt aus dem “Malaria-Virus“, wie es im Film heißt. (Da hat jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht. Erledigen wir doch gern für Euch.) Selbigen Körper hat er alsdann schlampig verpackt und samt Bewacher im Frachtraum einer Linienmaschine untergebracht. Die Kontrollen sind nach 9/11 wohl doch nicht so streng, wie man immer hört.

Damit sich der Film lohnt, gibt es ein paar kleinere Luftlöcher, die das Flugzeug so durchrütteln, daß sich die infizierte Kiste der Pandora öffnet. Im Handumdrehen wanken und klettern dann allerlei untote, sehr hungrige Exmenschen durch die 747. Das daraufhin Folgende entwickelt sich mit einer gewissen zwingend vorhersehbaren Logik, die aus vergleichbaren Filmen bekannt ist, macht aber immerhin schönen Gebrauch von den topologischen Gegebenheiten an Bord eines Flugzeugs und kann so, trotz gänzlich unorigineller Gesamtstruktur, einige hübsche Momente hervorbringen. Selten sah man einen Zombie sich so lüstern die Zähne lecken und so gekonnt neue Wege suchen.

Plane Dead nimmt sich auch glücklicherweise selbst nicht sehr ernst (Regenschirm! Abfalljäger!), sonst würde man sehr rasch anfangen, Fragen nach der logischen Konsistenz des Ganzen zu stellen (wo kommt denn, bitteschön, die ganze Munition her?). Stattdessen gibt es zu einer Tonspur aus lauten Schreien und lauter Musik ein exzessives Schlachtfest auf engstem Raum zu bestaunen, jede Menge Theaterblut wird vergessen, verspritzt und verzehrt. A lot of fun was had by all.

Das ist für die Dauer des Films tatsächlich einigermaßen unterhaltsam und immerhin ohne grobe Schnitzer inszeniert, auch wenn eben das Drehbuch ziemlich schwächelt. Aber für kluge Dialoge wechselt man ja eh in ein anderes Genre, oder sieht sich Fido an.

(Links: Ein Interview mit “Stewardess” Kristen Kerr beim lesenswerten Final GirlDas Gag Reel. Blut spritzt!)

Programmhinweis: Premierenkino

Taxi to the Dark Side – Online

Do something

Suche

Werbung

Neue Trackbacks

Kapitalismus

Meine anderen Baustellen

Kapitalismus 2.0

Mousepad

Technicalities