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Abt. für Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta
Und jetzt: Musik!
Abt. für Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta
Ich bin immer wieder erschrocken, zu was für einem widerlichen Haufen sich die Musikindustrie in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren entwickelt hat. Und zu welchen Mitteln die Urheberrechtsmafia greift. Und ich warte auf den ersten, wirklich großen Künstler, der sich von der Industrie mit einem lauten Knall verabschiedet oder mal in einem Interview sagt, dass er von der Politik in seinem Laden auch nichts hält.
Zitatrecht und Bilder
Abt. für Internet & Blogdings
Unbedingt lesenswert: Anläßlich der Abmahnung von Blogs und Foren durch Apple wegen der Berichterstattung über das iPhone (präziser: darüber, wie Dritte die Benutzeroberfläche des iPhone kopiert haben) diskutiert Arne Trautmann im Law-Blog die Frage, inwieweit im deutschen Recht das Zitatrecht (auf dem Weg über das Grundrecht auf Meinungs- und Pressefreiheit) erlaubt, Bilder von Dritten zu verwenden. Das ist zwar wahrscheinlich zu allgemein, um sich damit immer auf der sicheren Seite zu wähnen, ist aber als Orientierungshilfe für die eigene Blogarbeit eine große Hilfe.
(via)
Eigenmaechtig berichtet
Es gibt neues im Fall des aus China vor Gericht geladenen Weblogs: Thomas Knüwer hat die Klageschrift und zitiert großflächig u.a.:
Ausserdam hat der 3. Beklagte hat das ohne tatsaechliche Grundlage eigenmaechtig berichtet und beurteilt dass der Klaeger hemmungslos das Patent vonden 1.und 2. Beklagten geklaut. Die Handlung hat das Unternehmensansehen und den Handelsruf des Klaegers auch stark schaedigt.
Haben eigentlich Rechtschreibung und Grammatik Einfluß auf die Gültig- und Wirksamkeit juristischer Schriften? Julistischel Schliften? Oder ist der Handelsruf so stark schaedigt, daß die sich keineN ordentlicheN ÜbersetzerIn mehr leisten konnten?
Sack Reis, zugestellt vom Amtsgericht Berlin-Mitte
Das bisher eher unbedeutende kleine Berliner Autoblog autoregional.de ist vor ein chinesisches Gericht vorgeladen worden; Grund war die Berichterstattung über einen chinesischen Bushersteller, die sich wiederum auf einen Spiegel-Artikel bezog, nach dem dieser Hersteller Busse von MAN kopiert.
Die Post kam anscheinend vom Amtsgericht in Berlin-Mitte, das wohl im Auftrag des chinesischen Gerichtes gehandelt hat. Auf welcher rechtlichen Grundlage das geschehen ist und was jetzt weiter passieren kann/wird/muß, fragt sich wohl nicht nur das Abmahnungs-Blog, wo ich auf die Geschichte gestoßen bin. Könnte die chinesische Gerichtsbarkeit Einfluß auf deutsche Blogeinträge nehmen, hätte dies zweifellos gravierende Folgen für die Meinungsfreiheit in der Blogosphäre – dann wären ja auch z.B. china- (oder, um ein anderes Beispiel zu nehmen, Putin-)kritische Beiträge betroffen, die nach deutschem Recht von der Meinungsfreiheit geschützt wären. Das kann ich mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen. Im Lawblog wird schon diskutiert.
Und auch Spiegel Online berichtet; sie wird’s ja vielleicht auch bald betreffen.
Don’t Download This Song
Abt. für A Series Of YouTubes, Internet & Blogdings, Pop
Video von Bill Plympton zum Song von “Weird Al” Yankovic, vom Album Straight Outta Lynwood (amazon.de).
(Direktlink; via)
If you share files, you are a pirate

Files Are Not for Sharing von Matthew Baldwin und Goopymart – teaching kids the capitalism way of altruism.
Wußte ich ja gar nicht
Friedrich Merz hat den Orden wider den tierischen Ernst bekommen. Egal, den kriegt jedeR irgendwann, aber Merz hat große Teile seiner zu diesem Anlaß gehaltenen Rede aus einem fremden Text abgeschrieben. Das ist nicht egal, das darf man wohl als Diebstahl geistigen Eigentums verstehen. Hübsch ist aber, mit welchen Argumenten Merz das abtut:
Friedrich Merz bestätigte, für seine Ritter-Rede Gedanken aus einem fremden Text übernommen zu haben. Er habe nicht gewusst, dass der Text bereits veröffentlicht war.
Erstens schützt Unwissenheit natürlich vor Strafe nicht. Und zweitens fragt sich der Autor dieser Zeilen doch, woher Friedrich Merz den Text denn bitteschön hatte, wenn er noch nicht veröffentlicht gewesen sein soll? Oder glaubt der ehemalige Richter am Amtsgericht Saarbrücken im Ernst, daß man aus dem Internet alles copy-und-pasten dürfe, wie’s einem paßt, und dann nicht einmal “Quelle: Internet” druntersetzen müßte, weil, Internet ist ja irgendwie nicht veröffentlicht?
Zumal man hier ja schon präziser sein könnte, diesem Interview nach: Quelle: Zyn!, 26.05.2003
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