Drüben im Hauptstadtblog werden Feinheiten der Straßenverkehrsordnung diskutiert. Ohne genaue Details über den Unfallhergang kann man da allerdings sehr lange diskutieren.
Bus vs. Radfahrerin
Abt. für Berlinalia
Berlinale-Programm online
Abt. für Berlinalia, Film
Das Programm der 57. Berlinale ist jetzt online einseh- und durchsuchbar. Das Gesamtprogramm kann hier als PDF heruntergeladen werden.
Ehemaliger Umsteigebahnhof
Abt. für Berlinalia
Natürlich ist es eher bizarr, daß die Deutsche Bahn ihre monströs-repräsentative und leicht dysfunktionale Glaswurst Berlin Hauptbahnhof – Lehrter Stadtbahnhof Berlin Mitte im Nirgendwo, oder wie der offizielle Titel auch immer sein mag, jetzt schon wegen leichter Lüftchen und wegen Hustenanfällen schließen und womöglich wieder abreißen muß. Es ist ja auch eine wirkliche Überraschung, daß in Berlin gelegentlich eine steife Brise weht. (Hoffentlich haben sie daran gedacht, daß es auch manchmal recht kalt hier wird. Mein Tip: Bahnhof bei unter -5 Grad Celsius nicht mehr betreten! Man weiß ja nie.)
Richtig bescheuert aber ist es, daß die Deutsche Bahn, die ja auch die Berliner S-Bahn betreibt, es während der zweiten Spontanschließung gestern nicht für nötig befindet, ihre Fahrgäste ordentlich zu informieren. In der S-Bahn gen Osten wurde nach der Haltestelle Bellevue einfach lapidar durchgesagt, der Hauptbahnhof sei aus Sicherheitsgründen gesperrt und man werde dort nicht halten. Ortsfremde, die mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof fahren möchten, um dort in einen Zug Richtung Norden oder Süden umzusteigen, sind mit einer solchen Auskunft nicht wirklich zufriedenzustellen: woher sollen sie wissen, daß ihre möglicherweise einzige Chance, doch noch zum Zug zu kommen (super Wortspiel, eigentlich), darin besteht, direkt am nächsten S-Bahnhof (Friedrichstraße, für die Ortsfremden) in die S 2 oder S 25 zu steigen und zum Südkreuz zu fahren?
Eine kurze Durchsage wäre da schon nett gewesen. Aber in Sachen Service hat die Bahn halt eh ein Problem.
Revisiting your Feindbilder
Erfahrene Killerspiel-Nutzer
mögen gelangweilt sein, die Panik wird trotzdem gemacht: Wer so etwas spielt, will das auch im echten Leben irgendwann mal ausprobieren.
Jaja.
(Der Autor dieser Zeilen arbeitet an einem wissenschaftliche Text zu Actionfilmen, hat schon viel gesehen, und verspürt überhaupt keinen Drang, die von ihm auch in Schriftform nachgespielten Ereignisse irgendwann in Realität umzusetzen. Schon mein fünfzehn Monate alter Sohn kann zwischen Spiel und Ernst unterscheiden. Ihr nicht? Spült doch Euer Gehirn mal durch, Menschenskinder, Panikmaschineriebetreiber.)
(via)
Sohn gesucht
Abt. für Berlinalia
Simon, ca. 178 groß, kräftig, 15 Jahre alt, schwarzer Kapuzenpullover, schwarze Blousonjacke mit rotkariertem Innenfutter, braune Van-Sneakers.
Auf dem Pulli sind zwei Aufnäher, am Ärmel ein schwarz-weiß-gewürfelter (Ska?) und vorne einer, auf dem ein Hakenkreuz in eine Mülltonne fliegt.
Er ist wahrscheinlich da, wo sich üblicherweise die Punks treffen und sucht Anschluss.
Bitte mitsuchen (mit Photo).
Update: Simon ist wieder aufgetaucht.
(Vermißtenanzeige 2.0)
AdventsbetexterInnengewinnkonzertbericht
Als Nachrücker hatte ich vor einigen Wochen im “Adventsbetexter”-Gewinnspiel des Hauptstadtblog zwei Karten gewonnen – eigentlich waren sie für einen schönen Abend mit Till Brönner gedacht, aufgrund von Verwicklungen gab es dann aber doch keine Karten. Stattdessen für den 6. Januar, ebenfalls in der Philharmonie, das DSO unter Leitung von Kent Nagano. Mangels Babysitter und wegen wiederum anderer Verwicklungen konnte ich nicht selber gehen, aber der Prinzessin und einer Freundin von uns hat es gefallen; hier ihr kurzer Bericht:
Statt Trompeten vor Weihnachten Violine zu Heilg’ Drei König
Mit einem gewagt durchmischten Programm konnten wir als nachgerückt drittplazierte Gewinner des ersten „Die Adventsbetexter“-Wettbewerbs zusammen mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin unter der Leitung von Kent Nagano in der Philharmonie ins neue Jahr starten. Der Beginn des Abends stand ganz im Zeichen des Meeres: Circulating Ocean, ein Orchesterwerk des Japaners Toshio Hosokawa ist bisher nur selten zu hören gewesen, da er es erst 2005 im Auftrag der Salzburger Festspiele komponiert hat. Anders als man erwarten könnte, brach über uns keine Flut und tosende Wellen herein, sondern es dominierten leise, luftige Töne – besonders schön fand ich die zarten japanischen Windglocken. Trotz des fast voll belegten großen Konzertraums haben sie uns ganz intim an den Bewegungen des ‚Klang-Ozeans‘ teilhaben lassen. Der tosende Applaus für den anwesenden Komponisten war also völlig gerechtfertigt.
Nach diesem ganz ‚frischen‘ Stück wurden wir per Zeitsprung ins 18. Jahrhundert zurückversetzt. Und überraschenderweise paßte Wolfgang Amadeus Mozarts fröhliches, aber nicht zu aufdringliches Violinkonzert in G-Dur ganz wunderbar zu Circulation Ocean. Ein großes Orchesterstück hätte den Eindruck zu sehr überlagert. Den symphonischen, großen Klang bekamen wir dann aber noch nach der Pause geboten. Mit Johannes Brahms Dritter Symphonie endete der Abend großartig, und die eingängigen Melodien begleiteten uns noch beschwingt nach Hause. Vielen Dank für den klang- und geschmackvollen Gewinn!
Und nochmals danke, Matthias!
Sprachservice
Abt. für Berlinalia, ein Potporree der Orthographie
Ich liebe Kreuzberg
Abt. für Berlinalia
(Auflösung nach dem Klick)
Double Bond (mit Bonustrack)
Abt. für Berlinalia, Film
Es könnten auch zwei unterschiedliche Filme gewesen sein, aber – ohne das neueste Bond, James Bond-Vehikel gesehen zu haben – bei rechter Betrachtung stellt sich dann doch das Gefühl ein, daß die sehr schätzenswerte Katja Nicodemus und der nicht minder wertvolle Sascha Keilholz den gleichen Casino Royale gesehen haben. Lesenswert sind jedenfalls beide Kritiken, und sie im Vergleich mit- und gegeneinander zu lesen zeigt den weiten Interpretationsraum, den gute Filmkritik öffnet. Und ich bin jetzt durchaus in Bond-Erwartung ein wenig hibbelig geworden.
Bonustrack: Hot Wheels in Kreuzberg
Frau Nicodemus (zufälligerweise, Kreuzberg ist klein, Bekannte einer Bekannten) hat außer für den Film wohl auch ein Faible für schnelle, schöne Autos. Wohl deshalb ließ die Zeit-Redaktion sie mal ein bißchen Ferrari Scaglietti fahren. Ihr Erlebnisbericht von den Berliner und vor allem Kreuzberger Straßen ist bestes Autokino und vor allem eine zeitlich eher zufällig sehr gut in die aufgeregten Zeiten passende Erinnerung daran, daß die türkischstämmige Jugend im Wrangelkiez vor allem eins ist: total normal.
Wessen (Nicht-)Integrationspolitik?
Abt. für Berlinalia, Dinge, die von fern wie Politik aussehen
Ach ja, stimmt, die Linken sind schuld. Ich Dummerchen.
Addendum: Diskussion zum Thema im Hauptstadtblog.
Bis es kracht …
Abt. für Berlinalia
… denn “bis es quietscht” wird wohl nicht mehr reichen.
Freitagsnotizen
Abt. für Berlinalia
Obwohl der Wahlkampf wohl erst am Montag beginnt, steht die CDU mit einem Stand vor der Moschee in der Skalitzer Straße. Auch wenn Menschen vom Freitagsgebet nur tröpfeln, ist mit Kinderwagen ein allenfalls mühsames Durchkommen möglich.
***
Vor der Eck-Kneipe sitzt im wenigstens etwas kühleren Schatten ein Mann, vor sich ein Bierglas und zwei geöffnete Päckchen mit Schnittwurst. Bedächtig und langsam nimmt er eine Scheibe und ißt sie zum Bier, dann die nächste.
***
War schön. Dank an den edlen Spender. Der leichte Regen machte auch das Klima im Olympiastadion zusehends erträglicher. (Frau Kogelboom machte es keinen Spaß; mir schon, obwohl natürlich viel ähnlich ablief.)
Coke Zero/Zero Mülltolerance
Abt. für Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta
Noch einmal zur Coke Zero: Als ich gestern mit dem Kleinen Dicken Ritter, einer seiner Spielkameradinnen und deren Vater im Prinzenbad war, verteilten brave Promotionsklaven vor dem Eingang schön eisgekühlte Flaschen des “neuen” Kaltgetränks. Genau das Richtige, wie wir fanden, für übermüdete Väter mit zuwenig Bewegung (außer hinter AusreißerInnen herzuwetzen): Viel Koffein, keine Kalorien.
Leider schmeckt das Zeug genauso wie Cola light, also schlecht, nämlich nach Süßstoff und Pappe. Soweit die differenzierte Gastrokritik für heute.
***
Im Prinzenbad hat man sich auch etwas besonderes für das Müllkonzept einfallen lassen: Alles in einen Topf. Als Denkmal des Scheiterns (wo auch immer das Scheitern lag – vermutlich in der Lernresistenz der SchwimmbadbesucherInnen) bleibt das Mülltrennungsschild aber einfach stehen (den Text kann man in groß besser lesen). Das ist überall im Bad so.
Die Sklaven von Coca Cola immerhin sind nachher rumgegangen und haben die ganzen verteilten Flaschen wieder eingesammelt. War ja wahrscheinlich auch Pfand drauf.
Landunter im Büro
Abt. für Berlinalia
Eigentlich dachte ich, bei den Regenfällen am Freitag und Samstag glimpflich davongekommen zu sein (also: trocken). So kann man sich täuschen: am Schreibtischstandort schüttete es zum Fenster herein, unter der eingezogenen Wand durch und hinein ins Eckschränkle.
Trotz allem Glück gehabt: Eine freundliche Mitmieterin war vor Ort und rettete, was zu retten war. Die paar schon angestockten wenn nicht -geschimmelten Unterlagen kann ich verschmerzen, den sich auflösenden Preßspanschrank auch gerade noch so: altes, immer schon billig gewesenes Familienmöbel. Schade drum.
Immerhin trocknet bei dem Wetter alles, auch der Fußboden, wirklich sehr zügig.
(File under: Kleine Katastrophen, die jetzt eigentlich nicht auch noch hätten sein müssen)
Hauptbahnhof, zeitlos
Abt. für Berlinalia
Mir ist jetzt schon des Öfteren aufgefallen, daß man zuweilen in Bahnhöfen – vor allem in den größeren, einkaufszentrumsartigen – vergebens oder zumindest längere Zeit nach Uhren sucht. Anscheinend ist man der Meinung, daß Uhren dem Einkaufsgefühl abträglich seien; nicht umsonst ist die Durchsage “Sehr verehrte Damen und Herren, wir schließen in 15 Minuten” stets ein Einbruch in die von der realen Zeit abgekoppelten Lebenswelt des Kaufhauses, deutet sie doch an, daß es auch in der Wunderwelt des Kapitalismus ein Konsumende geben könnte. Die tickende Uhr als beständiges Memento mori… aber vielleicht übertreibe ich da ein wenig.
Nichtsdestoweniger erscheinen mir Uhren in Bahnhöfen unerläßlich. Ich möchte sogar sagen: wenn ich im Bahnhof herumgehe (und nicht gerade im Inneren eines Geschäfts bin), dann möchte ich mich zumindest und stets mit wenigen Schritten in eine Position begeben können, in der irgendwo eine Uhr zu sehen ist, die die korrekte Zeit anzeigt. Warum? Es ist ein Bahnhof, for god’s sake, ein Ort, an dem zu vorher festgelegten Zeiten mehr oder minder pünktlich Züge abfahren, und zwar ab, weg und vorbei. Der Bahnhof ist, aller vermallung zum Trotz, primär ein Transit-Ort, ein Ort, an dem man nicht hauptsächlich ist, um dort zu sein, sondern um von dort wegzukommen.
Am nigelnagelneuen Berliner Hauptbahnhof hat die Bahn ihr Konzept, die Bahnhöfe ganz anders werden zu lassen, nun anscheinend konsequent umgesetzt. Ich war heute zum zweiten Mal dort (das erste Mal bin ich nur aus der S-Bahn und raus, weil’s wichtiges zu tun gab); am unteren Bahnsteig 3/4 angekommen, als es ans Verabschieden ging, wanderte mein Blick kurz umher – man weiß ja gerne, wieviel Zeit man noch bis zur Abfahrt des Zuges hat, wenn man mit hineinspringen, aber nicht mit abfahren will.
Aber es gibt auf dem Bahnsteig keine deutlich sichtbaren Uhren!
Jetzt ganz ohne Scheiß, vielleicht irgendwo am anderen Ende oder in der wegen der Rolltreppe nicht einsehbaren Bahnsteigsmitte, aber auf dem gesamten übersehbaren Bahnsteigsstück war keine einzige Uhr zu sehen.
Die spinnen, die Bahnfuzzis. (Und, ja, die umstrittenen Zwischendecken (letztes Bild) sind wirklich ziemlich häßlich.)
Arsch-Straße?
Abt. für Berlinalia
Während man sich am einen Ende der Stadt ganz schick die Straßen nach den neuesten Lifestyle-Accessoires benennt, betreibt das andere Ende self-slumming: da kommt man von der S-Bahn direkt in die arsch Straße.
(Quelle: Christian Heller)
Berlin hat ein Problemchen mehr
Genauer: Bruno, aka JJ1, aka Problembär wurde am Freitag in Berlin auf dem Weg zum “Fan Fest” gesichtet. Da er mittlerweile “zum Abschuß freigegeben” ist, ein wichtiger Hinweis: Umstehende Passanten und Fußballfans möchten möglichst nicht in ein eventuelles Feuergefecht miteinbezogen werden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Für welches Team Bruno bei der WM mitfiebert, wurde leider nicht bekannt. Experten gehen allerdings davon aus, daß es sich wohl nicht um Finnland handeln würde, hätte sich die Mannschaft aus dem hohen Norden überhaupt für die Endrunde qualifizieren können. Seine Herkunft würde allerdings dafür sprechen, daß er es wohl mit den italienischen Azzuri hält, auch wenn seine Fanutensilien (s. nebenstehendes Photo) dies nicht eindeutig erkennen lassen.
leckmich
Abt. für Berlinalia
Das leckmich auf der Oranienstraße hat den wohl kreuzbergst möglichen Namen für ein Eis-Café überhaupt.
Kreuzberger Müllbeseitigung
Abt. für Berlinalia
Der Görlitzer Park ist einer der beiden öffentlichen Orte in Kreuzberg, an denen man noch grillen darf; das führt an Sonnenwochenenden zu erhöhtem Menschen- und Müllaufkommen. Es gibt auch Mülleimer, und die Menschen benutzen sie – aber sie reichen nicht. Am Wochenende wird auch nicht geleert, warum sollte man?
Und Montags um elf liegt der Müll der vergangenen zwei bis drei Tage halt immer noch herum.
Eine Freundin, die direkt am Park wohnt, erzählt, Sonntags- und Montagsmorgen könnte es schon mal sein, daß man von den zahlreichen Krähen, die im Müll wühlten, beim Joggen fast umgeflogen würde. Von Ratten reden wir jetzt mal gar nicht.
Nochmal No-Go-Areas
Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen
Wir hatten das Thema schon, jetzt hat Uwe-Karsten Heye ein Fettnäpfchen betreten, über das sich in der Tat trefflich streiten läßt – was nun auch prompt geschieht. Ob man das alles richtig oder falsch findet – wenigstens findet das Thema Rassismus so seinen Weg in die Nachrichten, und das zumindest ist schon mal nicht per se schlecht.
Heyes während eines Radiointerviews gefallene Äußerungen kann man im Original nachlesen und auch anhören.
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