Archiv für November 2008

 

Sagen Sie jetzt nichts (jedenfalls nicht vor dem 18. Dezember)

Abt. für Film, Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta, Medien

Es ist Vorweihnachtszeit, und die Filmverleiher verschenken schon mal Sperrfristen. Zu mindestens drei Filmen ist auf der Einladung zur Pressevorführung derzeit notiert, daß man aber vor dem soundsovielten gefälligst nichts berichten dürfe. Hier sei schon mal die entsprechende Erklärung zur Unterschrift. Das hatten wir nun schon mehrfach in diesem Blog, und daß es nun u.a. auch einen Film trifft, der sowohl deutsche Geschichte als auch Tom Cruise enthält, mag schon zu denken geben.

Allein an den – ersten Reaktionen nach (via) – erwartbar schlechten Kritiken kann’s ja nicht liegen, da wird den Medien schon auch viel Schlechteres und viel weniger Beworbenes und Erwartetes (und erwartbar finanziell Erfolgreiches) dennoch ohne Sperrfrist vorgesetzt, ohne daß das entsprechende Studio Schaden nimmt.

Viel eher ist zu erwarten, daß – und ich wage jetzt einfach mal eine Vorhersage – wenige Tage vor Ende “Veröffentlichungs-Embargos” für Texte über Operation Walküre in der FAZ ein Text von Frank Schirrmacher erscheinen wird, der in Form einer hymnischen Lobpreisung die Macher, insbesondere den neuen Retter Deutschlands, Tom Cruise, portraitieren und für ihren Mut belobigen sowie den Film in aller Form zur letztgültigen Deutung der betroffenen Historie hochschreiben wollen wird.

Mumbai, November 2008

Ich muß jetzt wohl aufhören, weiter zu lesen, sonst wird es nichts mit jenem Schlaf, den ich so dringend brauche. Die Ereignisse in Mumbai – die meisten kennen das noch als Bombay, oder? – beschäftigen mich sehr, obwohl ich keine Bekannten oder gar Freundinnen/Freunde in der Stadt habe. Aber genau durch jenes Viertel, an dem anscheinend die meisten Schüsse fallen, die meisten Bomben explodiert sind, bin ich, wie unzählige TouristInnen, besonders viel gelaufen. Im Buchladen des anscheinend brennenden Taj-Mahal-Hotels habe ich eingekauft, und sicher stehen einzelne der Bücher immer noch in meinen Regalen hier. Direkt daneben am Gateway of India habe nicht nur ich gestanden.

Developing News in den Tweets aus Mumbai und anderen Quellen des “Citizen Journalism” vor Ort.

Hellboys Papierwumme

Abt. für Film

Wahrscheinlich mag ich Hellboy dann doch nicht so sehr, daß ich mich durch diese Kleberei plagen und prügeln würde, aber für Fans ist das hier sicher ein Must: Hellboys großkalibrige Wumme (“the Samaritan”) als Papiermodell zum Ausschneiden, Falzen und Kleben. Inklusive 22-Millimeter-Geschosse. Für Freaks wie ihn. (via)

Die Teenagerklappe

Das ist so bestürzend, bizarr und bescheuert, da bleibt mir die Spucke weg: Der US-Bundesstaat Nebraska hat die Einführung und vor allem rechtliche Regelung von Babyklappen auf den Weg gebracht. So weit, so wohl ganz sinnvoll gedacht.

Leider hat man vergessen, im Gesetz ein Höchstalter für die Kinder festzulegen, und anscheinend nutzen Eltern mit Nicht-Kleinstkindern diesen Umstand dazu, ihre schon etwas älteren Nachkömmlinge abzugeben.

Of the 34 children who have been dropped off at hospitals, officials said, not one has been an infant.

All but six have been older than 10, according to a Nebraska Department of Health and Human Services analysis.

Schreibt CNN. Und wir fragen uns stille oder nicht so stille, wie Menschen dazu kommen, ihre fünf- bis siebzehnjährigen Kinder einfach abgeben zu wollen. Sicher, Teenager möchte man gerne des Öfteren an die Wand klatschen, und fünfjährige Trotzkinder sind sicher kein Spaziergang; aber wie egal muß einem der Geisteszustand des eigenen Kindes sein, damit man in der Lage ist, es einfach in einem Krankenhaus abzugeben – und dafür in einem Fall extra von Florida nach Nebraska zu fliegen?

(Und dann kriecht die Frage im Großhirn umher, ob es bei solchen Eltern nicht besser für die Kinder ist. Und man bekommt ganz fiese, kulturpessimistische Anfälle.)

(via)

“Right next to the talking polar bear”

Abt. für A Series Of YouTubes, Film

This is ridiculous, of course, aber gar nicht ganz schlecht gemacht; die Schnitte sind oberflächlich gesehen sogar einigermaßen überzeugend, auch wenn die Stimmen es nicht sind. Voilà, A Quantum of Bonds: Weiterlesen »

Live Coverage: USA wählt

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Natürlich säße ich gerne heute die ganze Nacht mit Chips & Bier vor dem Fernseher/Monitor und zöge mir genüßlich die Hochrechnungen und aktuellen Zahlen in den Neocortex. Aber da mich morgen abend ein Flugzeug nach Paris bringen soll und vorher noch reichlich zu tun ist, das nachts nicht erledigt werden kann, wird das wohl nichts werden. Schade um das beständige Wahlzwitschern und vor allem den klugen Mix der Menschen bei der BBC.

Vielleicht schaffe ich es immerhin noch, vor dem Einschlafen die von Stefan Niggemeier (hier und hier) empfohlenen Texte zu lesen. Bitte klicken Sie sich dort weiter. Oder starren Sie gebannt wie’s Kaninchen auf die sich abzeichnenden Ergebnisse: Weiterlesen »

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