Als meine Tasche plötzlich verschwunden war, wurde mein Französisch schlagartig besser.
Ich hatte gerade die Liebste zum Bahnhof gebracht, die Fahrt ging zurück nach Deutschland mit dem letzten Sack und Pack, der noch in Paris verblieben war. Ihren Schlüssel hatte ich noch, denn auf ihrem Bett lagen noch, ziemlich wenig verstaut, meine diversen Sachen herum. Am Abend würde ich meinen Bus nehmen, zurück nach London, für meine letzten Wochen im Ausland. Ich stromerte noch ein wenig durch die Stadt, bevor ich dann doch in ihr Studentinnenzimmer ging, um meine Tasche zu packen und den Schlüssel beim Concièrge loszuwerden.
Die Tasche war weg, meine Sachen auch, alles fein säuberlich aus dem Zimmer geräumt. Der Concièrge allerdings – eher eine Art Verwalter oder Hausvater im StudentInnentaubenschlag – war nicht da, die anderen BewohnerInnen der Etage ahnungslos. Die Details sind uninteressant, jedenfalls wurde mein Zungenschlag schneller, längst vergessenes Vokabular drängte sich nach vorn. Auch der Verwalter wußte nichts vom Verbleib meiner Sachen; ob vielleicht die Putzfrau sie weggeräumt hatte?
Glücklicherweise ließ diese sich über ihr Mobiltelefon – daß sie zu der Zeit schon eins besaß! – ausfindig machen, noch bevor sie in ihr weit entferntes Zuhause in den Banlieues zurückgekehrt war, und so kam ich noch rechtzeitig wieder in Besitz meiner Tasche. Und meines Bustickets.
Das war 2000, und Frankreich wurde kurz darauf Europameister, was mir nur deshalb noch bewußt ist, weil ich, während ich auf die Rückkehr der Putzkraft wartete, in der im Keller befindlichen Küche – here be cockroaches! – eines der Endrundenspiele zumindest teilweise sehen konnte. Es war spannend, aber wer gespielt hat, weiß ich nicht mehr.
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Ende Dezember werden die Liebste und ich mitsamt den zwei Zwergen für voraussichtlich zwei bis drei Jahre nach Paris gehen. Wir lassen eine Menge zurück, Freunde und Kollegen, Netzwerke und liebgewonnene Orte. Aber die Prinzessin hat ein Angebot bekommen, das sie nicht ausschlagen konnte, so haben wir beide das gesehen. Jetzt also, mit einem rotgeränderten Triefauge, machen wir uns zunächst an die Vorbereitungen.
Ich selbst werde ab Januar Elternzeit nehmen, wie es eh’ geplant war; irgendwann zu Beginn der zweiten Jahreshälfte kann ich dann auch wieder arbeiten. Mein Französisch, das bislang eher schwachbrüstig ist, wird bis dahin sicher mindestens um sämtliche Begriffe aus dem Bereich der Kindeserziehung und der Lebensmittelbeschaffung erweitert worden sein.
Und natürlich würde ich mich freuen, von Euch Anregungen zu bekommen zu allen möglichen Fragen und Unsicherheiten, denen wir uns stellen müssen:
- Wo kann man in Paris gut und schön mit zwei Kindern wohnen? – Ein Park sollte in der Nähe sein, Spielplätze…
- Habt Ihr Erfahrung mit Kinderbetreuung in Paris? Wie finde ich etwas, das (auch pädagogisch) unseren Vorstellungen entspricht?
- Wenn Ihr Ideen habt, wo ich als halbwegs sprachgewandter Kulturjournalist mit Bereitschaft zur freien Zeiteinteilung in Paris sinnvoll Anschluß und/oder Arbeit finden kann?
Ich bin für alle Hinweise, Vorschläge und Erfahrungsberichte offen.
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Hier geht’s natürlich weiter, ab Januar mit einem Expat-Blick auf Paris. Bleibt mir gewogen. :-)

