Archiv für September 2008

 

Blog 1.0

Filmpatenschaft

Abt. für Film, Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Ich habe zu Beginn der Aktion nicht groß darauf hingewiesen, möchte es aber jetzt noch einmal rasch tun – vielleicht finden sich ja noch Last-Minute-Spender für eine Filmpatenschaft. Es geht um einen Film über die

Geschichte des Kochs Milosch in Serbien, der 1991 wegen des Bürgerkriegs Kroatien verließ und dabei auch seine Liebe Mirna zurück lassen musste, ohne dass sie ihm seither je aus dem Sinn gegangen wäre. Und der nun die Möglichkeit hat, in Zagreb ein Restaurant zu eröffnen – und somit auch, nach Mirna Ausschau zu halten.

Mehr Details hier, das Filmförderprojektblog ist hier.

Kaufberatung (2)?

Abt. für Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Nochmal – kennt jemand das Dell Vostro 1310? Taugt das was? Schwanke, ob ich das Geld, das ich nicht habe, in so ein Mininotebook oder doch lieber ein Zehnzollernetbook stecken soll. (Wär’s billiger, wär’s keine Frage.)

Und: Dank für die Rückmeldungen zu meiner Kamerafrage. Werde sie im Herzen bewegen und vielleicht demnächst umsetzen; neige allerdings zumindest vorerst, nach einigen Offline-Ratschlägen und -Beratungen, zu einer Kompakt- bzw. Bridgekamera mit sehr tauglicher (gerne HD-)Videofunktion, da die Kombination von SLR-Kamera und Camcorder mein und unser Budget derzeit mehr als überreizen würde. Hinweise und Erfahrungsberichte sind mir auch diesbezüglich wieder sehr willkommen.

Zombie Girl

Oder: Wie man einen Zombiefilm dreht

Abt. für Film

Durch einen Tweet von Peter zu einem ganz anderen, aber offenbar sehr interessanten Film wurde ich auf Zombie Girl aufmerksam, einen Dokumentarfilm über Emily Hagins, ein zwölfjähriges Mädchen, das einen Zombiefilm in Spielfilmlänge drehen möchte…

My initial thought [...] was that she really had no idea what she was getting into.

Hier ist der Trailer:

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Lernen geht schnell

Lektionen über Frankreich (1)

Abt. für French Fries

Kaum fünf Tage auf der Suche, schon haben wir bei der Wohnungssuche einiges gelernt:

  • Pariser MaklerInnen sind nicht unbedingt ExpertInnen im Umgang mit neuen Technologien (WWW, E-Mails); Höflichkeitsfloskeln am Beginn und Ende von E-Mails sind schon ein echter Bonus. Falls elektronische Anfragen überhaupt beantwortet werden. (Marktlücke: Web-2.0-Beratung für Immobilienagenturen)
  • Wenn etwas in Pariser Parks bei Google Maps blau durch die Bäume schimmert, ist das nicht unbedingt ein Wasserbassin, sondern womöglich eher ein Spielplatz. So wie dieser hier:


    Größere Kartenansicht

    It’s fantastic, but it’s plastic.

Kaufberatung?

Abt. für Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Weil’s langweilig wäre, wenn nur eine richtig fies aufregende Sache passieren würde, hat natürlich am Samstag auch noch meine Digitalkamera vermutlich ihr letztes Bild gemacht. (Der Monitor zeigt zwar noch die gemachten Bilder an, ansonsten aber: Schwarz.)

Liebäugele jetzt mit einer günstigen digitalen Spiegelreflex. Hat jemand da gute oder schlechte Erfahrungen gemacht?

Westward Ho!

Abt. für pralles Leben

Les jeux sont faits.

Als meine Tasche plötzlich verschwunden war, wurde mein Französisch schlagartig besser.

Ich hatte gerade die Liebste zum Bahnhof gebracht, die Fahrt ging zurück nach Deutschland mit dem letzten Sack und Pack, der noch in Paris verblieben war. Ihren Schlüssel hatte ich noch, denn auf ihrem Bett lagen noch, ziemlich wenig verstaut, meine diversen Sachen herum. Am Abend würde ich meinen Bus nehmen, zurück nach London, für meine letzten Wochen im Ausland. Ich stromerte noch ein wenig durch die Stadt, bevor ich dann doch in ihr Studentinnenzimmer ging, um meine Tasche zu packen und den Schlüssel beim Concièrge loszuwerden.

Die Tasche war weg, meine Sachen auch, alles fein säuberlich aus dem Zimmer geräumt. Der Concièrge allerdings – eher eine Art Verwalter oder Hausvater im StudentInnentaubenschlag – war nicht da, die anderen BewohnerInnen der Etage ahnungslos. Die Details sind uninteressant, jedenfalls wurde mein Zungenschlag schneller, längst vergessenes Vokabular drängte sich nach vorn. Auch der Verwalter wußte nichts vom Verbleib meiner Sachen; ob vielleicht die Putzfrau sie weggeräumt hatte?

Glücklicherweise ließ diese sich über ihr Mobiltelefon – daß sie zu der Zeit schon eins besaß! – ausfindig machen, noch bevor sie in ihr weit entferntes Zuhause in den Banlieues zurückgekehrt war, und so kam ich noch rechtzeitig wieder in Besitz meiner Tasche. Und meines Bustickets.

Das war 2000, und Frankreich wurde kurz darauf Europameister, was mir nur deshalb noch bewußt ist, weil ich, während ich auf die Rückkehr der Putzkraft wartete, in der im Keller befindlichen Küche – here be cockroaches! – eines der Endrundenspiele zumindest teilweise sehen konnte. Es war spannend, aber wer gespielt hat, weiß ich nicht mehr.

***

Ende Dezember werden die Liebste und ich mitsamt den zwei Zwergen für voraussichtlich zwei bis drei Jahre nach Paris gehen. Wir lassen eine Menge zurück, Freunde und Kollegen, Netzwerke und liebgewonnene Orte. Aber die Prinzessin hat ein Angebot bekommen, das sie nicht ausschlagen konnte, so haben wir beide das gesehen. Jetzt also, mit einem rotgeränderten Triefauge, machen wir uns zunächst an die Vorbereitungen.

Ich selbst werde ab Januar Elternzeit nehmen, wie es eh’ geplant war; irgendwann zu Beginn der zweiten Jahreshälfte kann ich dann auch wieder arbeiten. Mein Französisch, das bislang eher schwachbrüstig ist, wird bis dahin sicher mindestens um sämtliche Begriffe aus dem Bereich der Kindeserziehung und der Lebensmittelbeschaffung erweitert worden sein.

Und natürlich würde ich mich freuen, von Euch Anregungen zu bekommen zu allen möglichen Fragen und Unsicherheiten, denen wir uns stellen müssen:

  • Wo kann man in Paris gut und schön mit zwei Kindern wohnen? – Ein Park sollte in der Nähe sein, Spielplätze…
  • Habt Ihr Erfahrung mit Kinderbetreuung in Paris? Wie finde ich etwas, das (auch pädagogisch) unseren Vorstellungen entspricht?
  • Wenn Ihr Ideen habt, wo ich als halbwegs sprachgewandter Kulturjournalist mit Bereitschaft zur freien Zeiteinteilung in Paris sinnvoll Anschluß und/oder Arbeit finden kann?

Ich bin für alle Hinweise, Vorschläge und Erfahrungsberichte offen.

***

Hier geht’s natürlich weiter, ab Januar mit einem Expat-Blick auf Paris. Bleibt mir gewogen. :-)

Gebührenrabatt

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen, Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Der Bahn-”Bedienzuschlag” kommt wohl nicht – die Politik hat bereits Alternativvorschläge:

Als positives Beispiel nannte [Seehofer] Regelungen in anderen europäischen Ländern, wo Kunden keine Gebühren abverlangt, sondern Rabatte gewährt würden, wenn sie Fahrkarten nicht am Schalter, sondern an Automaten oder im Internet kauften.

Ja, das ist natürlich ein echter Unterschied zum bisher geplanten Modell.

Kurzkritiken: Sie Leben!, Ticker

Abt. für Film

Sie Leben! – They Live!

“Life’s a bitch. And she’s back in heat.”

Großer Weltverschwörungs-Außerirdischen-Sozialkritik-Trash von John Carpenter, der erstaunlicherweise wirklich gut funktioniert. Der Hauptdarsteller ist ein Ex-Wrestler, der bis heute im B- und C-Segment beschäftigt ist. Sie Leben! macht ganz ungeniert und campy von der Vorgeschichte seines Darstellers Gebrauch. Nicht nur darf der Mann als Bauarbeiter mit bloßem Oberkörper Sand schippen und seine Muskeln präsentieren. Es gibt auch noch eine dramaturgisch weitgehend überflüssige Prügelszene, samt sehr alberner Wrestling-Moves. Die Szene, etwa eine Stunde nach Filmbeginn zu sehen, dauert ewige Minuten und wurde, den imdb-Trivia zufolge, von den beiden Darstellern selbst arrangiert. Carpenter ließ die Szene drin, was nicht unbedingt der größte existierende Beweis für seine ästhetische Treffsicherheit ist.

Für einen lauen Bierabend taugt der Film allemal, nicht zuletzt wegen mindestens zweier One-Liner des Protagonisten, die zwar überhaupt nicht zur Handlung passen, aber unbedingt zitierfähig sind. Sehr komisch ist im Übrigen auch, wie der Versuch grandios scheitert, den Protagonisten (der keinen Namen hat, deshalb hier immer diese Benennung) zugleich als bedächtig und als draufgängerisch-heldenhaft zu charaktisieren.

Und die Aliens sind hübsch anzusehen.

Ticker

Ich dachte wirklich einmal, Steven Seagal wäre nicht so schlecht wie sein Ruf. Aber dieses seltsame Stück Zelluloid aus dem Jahr 2001 bewies mir kürzlich versehentlich im Nachtprogramm das Gegenteil: Er hat präzise einen Gesichtsausdruck, mit dem er besorgt, entschlossen oder martialisch guckt. Um feststellen zu können, was im Einzelfall zutrifft, gibt’s ja glücklicherweise den Handlungskontext.

Bzw. eben nicht. Ticker ist ein Potpourri der schlecht gemachten Versatzstücke, der egalen Plotelemente und fiesen Logikbrüche. Was Dennis Hopper hier verloren hat, ist nicht ganz klar, außer natürlich: den fiesen Bombenbauer aus Speed aufs schwächlichste wieder aufzunehmen. Jaime Presslys Rolle ist hingegen viel klarer umrissen, sie darf abwechselnd ein bißchen zwielichtig und ziemlich unschuldig gucken und zwischendrin vor allem ihren Bauchnabel in die Kamera halten.

Das ist allemal besser als Seagals Gesichtsausdruck ertragen zu müssen, ist aber noch lange kein Grund, sich den Film anzusehen. Und andere gibt es auch nicht.

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