Wenig Happy Endings hatte Rainer Stefan für dieses Fantasy Filmfest versprochen – zur Zeit seien die Mangelware, das Festival etwas ernsthafter als in den vergangenen Jahren, schon vom Auftaktfilm an. Auch heute wurde ich mit glückseligen Schlußmomenten nicht eben verwöhnt, aber das paßt dann ja vielleicht ganz gut. Für mich waren’s heute die letzten drei Filme, das sehe ich ein bißchen mit Wehmut, man gewöhnt sich ja daran, quasi im Kino zu wohnen.
Shuttle

Gruselgeschichten vom letzten Bus, in dem man dann allein mit dem Busfahrer, und der Busfahrer ist gar nicht so nett… gehören wohl zu den hartnäckigen Urban Legends. Shuttle variiert das Thema mit einem Flughafenbus, der nicht ganz die Richtung nimmt, die er sollte. Daraus wird dann ein Abzählreimfilmchen ohne allzu große Ambitionen und Überraschungen (die erwartbaren Schockeffekte und Plottwists treten meist auch ein), das aber dennoch ganz gut funktioniert und nur im mittleren Drittel ein wenig Beschleunigung vertragen könnte. Aber so ein Shuttlebus ist ja kein Rennauto.
Mad Detective

So richtig erwärmen konnte ich mich für diesen asiatischen Polizeifilm mit Wahrnehmungsstörung nicht. Der Polizist Bun konnte zwar dank seiner, äh, unorthodoxen Methoden und der Fähigkeit, in andere Menschen hineinzublicken, viele Fälle lösen, ist aber nach einem Vorfall, der ihm eine Ohrprothese einbrachte, aus dem Polizeidienst ausgeschieden worden. Nun aber bittet ihn ein junger Polizist, ihm bei der Suche nach einem verschwundenen Polizisten zu helfen. Johnnie Tos Sparrow hat mir auf der letzten Berlinale sehr gut gefallen, aber die Eleganz und die spielerische Inszenierung vermisse ich hier. Zwar ist der Film durchaus recht lustig, aber interessiert hat mich die Geschichte zu keinem Zeitpunkt wirklich.
The Brøken

Spiegel sind auch so ein Thema dieses FFF – in Mad Detective offenbaren sie sonst nicht Sichtbares, und in Mirrors werden sie vermutlich (hehe, super Scherz!) auch eine gewisse Rolle spielen. Schließlich haben Spiegel und Kameras ein gewissermaßen naturgegebenes Liebesverhältnis – beide arbeiten mit Abbildern, in denen wir uns erkennen (sollen und wollen) und doch nie uns selbst sehen – sondern immer nur das Bild. The Brøken macht daraus eine solide Geschichte mit Körperfresser-Elementen, die durchweg sauber, wenn auch, vom Ende her gesehen, nicht völlig konsequent inszeniert ist. Außerdem spielt Lena Headey die Hauptrolle, die ich gerade in den Sarah Connor Chronicles ganz toll fand, die auch in Die Girls von St. Trinian eine kleine Nebenrolle spielt, und die ansonsten noch viel zu viel unterhalb meines Wahrnehmungsradars war.
(Fotos: Fantasy Filmfest)
