FFF 08: Tag 5

 

Abt. für Film

Langsam schleicht sich Erschöpfung in meine Knochen. Gestern brauchte ich erst einmal Pause bis 19 Uhr, auch zum Schreiben – neue Langkritiken sind jetzt online von Awake, Midnight Meat Train und Repo! The Genetic Opera. Heute sehe ich noch ein paar letzte Filme; ab morgen nehme ich mir eine Auszeit zur Erholung.

The Strangers

Szenenbild The Strangers

Hochgradig reduzierter und effektiver Thriller, der seine Spannungs- und Schockmomente vor allem über das Visuelle und übers Sounddesign erzeugt. Im Grunde passiert nicht viel: Ein Paar kommt nach Hause, drei Fremde erwarten sie und spielen Versteck- und Prügelspielchen. Gesprochen wird nicht viel, und im Grunde passiert auch die meiste Zeit nicht viel Schreckliches. Daß das nicht nötig ist, um zu fesseln und zu ängstigen, sagt viel darüber aus, wie geschickt der Film gemacht ist.

Virus Undead

Szenenbild Virus Undead

Gewisse Hoffnungen durfte man sich vielleicht doch machen: Ein deutscher Horrorfilm! Das könnte was werden! War’s aber nicht. Die Story um zombieartige Aggressionsausbrüche bei Menschen, die mit einer Vogelgrippenvariante infiziert wurden, ist ja sowas von mindestens 28 Tage zu spät. Noch dazu kommt es mit eher lauen Splattereffekten und digital mehr schlecht als recht eingefügten Vögeln. Auch fangen die Schauspieler ab etwa der Mitte des Films an, sehr seltsame Sachen zu sagen, die sich aus dem bisherigen Geschehen heraus nicht herleiten lassen. Spätestens da hätte ich gehen sollen. Schade. Zombies auf dem ostdeutschem Land, das hätte was sein können; und Potential hätte der Film durchaus.

It’s Alive

Szenenbild It's Alive

Nominell ist das wohl ein Remake von Larry Cohens Die Wiege des Bösen (It’s Alive) von 1974, de facto wohl eher eine Variation auf das Grundthema: Neugeborenes Baby entpuppt sich als menschenfressendes Monstrum. Ein guter Tip also für Elternschaftsparanoiker, die sich hier vollständig bestätigt fühlen dürfen.

Der Film changiert zwischen äußerst ernsthaft inszenierten Thrillerszenen und eher albernem Splatter; je länger die Mutter dem mörderischen Treiben ihres Kindes allerdings zusieht, umso weniger glaubwürdig wird der Film. Denn Mutterliebe allein scheint dafür wirklich keine ausreichende Erklärung zu sein, und der Vater ist, scheint’s, blind und taub und doof. Am Schluß ist man froh, es hinter sich gebracht zu haben.

(Fotos: Fantasy Filmfest)

Ein Kommentar

  1. Rammbock (2010) | Butt-kicking Babes

    [...] solide Heimat gefunden hätte. Virus Undead, vor zwei Jahren auf dem Fantasy Filmfest zu sehen, war ein eher schröckliches Erlebnis. Rammbock wiederholte dieses Ergebnis nicht, ganz im Gegenteil. Mit seinen 59 Minuten ist der Film [...]

    18. Mai 2010, 14:01 Uhr

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Dieser Eintrag entstand am Montag, 18. August 2008, um 9:55 Uhr.

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