FFF 08: Tag 4

 

Abt. für Film

Weil sich meine Pläne für die nächsten Tage komplett geändert haben, sieht auch mein FFF-Programm jetzt ganz anders aus. Mal sehen, was noch geht… Gestern ging (in aller Kürze, heute ist noch viel zu tun, Waschmaschine läuft):

L’Auberge Rouge/The Red Inn

Szenenbild The Red Inn

Fröhliche Komödie in einem nicht wirklich historischen akkuraten Setting in den Pyrenäen irgendwann nach der Französischen Revolution. Zwei Wirtsleute nebst Kindern meucheln ihre Gäste und leben davon ganz gut. Leider wird eine neue Straße gebaut, die den Weg an ihrem Gasthaus vorbei obsolet macht, und deshalb wollen die beiden noch einmal richtig abräumen, als eine Gruppe wohlhabender Reisender vorbeischaut.

Das ist sehr albern, aber erstaunlich lustig, zumal der Film nicht auf puren Slapstick oder Zoten vertraut, sondern den Humor aus den Figuren und aus den Situationen heraus entwickelt. Wird bis zum allerdings etwas hinausgezogenen Schluß kaum langweilig.

Awake

Szenenbild Awake

Es ist wohl ein rechter Albtraum, während einer Operation narkotisiert aber hellwach und schmerzempfindlich zu sein. Allein aus den Schmerzen ließe sich wahrscheinlich ein wahrhaft furchterregender Film machen, aber dazu müßte man natürlich wissen, wie man das inszeniert. Das weiß Joby Harold nicht so genau, aber das Thema Schmerzen ist dann auch, obwohl das in der Filmlogik nicht besonders konsequent ist) schnell abgehakt – hier geht es um eine ganz andere Geschichte, die sich dem Patienten (Hayden Christensen, der offenbar sogar ein bißchen spielen kann) aus dem Geschehen um den OP-Tisch offenbart. Dummerweise weiß man mit ein bißchen Filmerfahrung schon allzu bald, wohin der Hase läuft, und dann dauert es noch eine ganze Weile, bis die anderen es auch alle kapiert haben. Und, jetzt mal ehrlich: Jessica Alba allein ist auch kein hinreichender Grund, sich den Film anzusehen.

Let The Right One In

Szenenbild Let The Right One In

Zweifellos der bisher beste Film des (meines) Festivals; eine präzise fotografierte, subtile Coming-of-Age-Geschichte, die eher zufällig auch eine Vampirgeschichte ist. In der trocken-realistischen Welt von Let The Right One In (zu Weihnachten als So Finster Die Nacht auch bundesweit im Kino) wirken die Fähigkeiten des Vampirs Eli umso intensiver, sie dominieren den Film aber zu keinem Zeitpunkt. Stattdessen geht es ein bißchen ums Erwachsenwerden, vor allem aber um Freundschaft, Vertrauen und wie es ist, ein Außenseiter zu sein. Atemberaubend schön.

Dance Of The Dead

Szenenbild Dance of the Dead

Gerade wenn man denkt, nur stereotype Trashgenrekost vorgesetzt zu bekommen, dreht einem so ein Film eine lange Nase. Dance Of The Dead ist nicht nur unterhaltsam, sondern streckenweise sogar sehr, sehr lustig, jedenfalls für Zombiefans. Der Splatterhumor ist treffend, die Inszenierung ausreichend albern und die Charaktere herzergreifend überzogen. Der Film ist so zugleich Neubelebung der Splatterkomödie als auch Hommage an die Highschool-Komödien der 80er Jahre; nicht von ungefähr hat man zuweilen das Gefühl, deren Protagonisten seien hier noch einmal wiederbelebt worden. Untot oder lebendig, je nachdem.

(Fotos: Fantasy Filmfest)

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Dieser Eintrag entstand am Sonntag, 17. August 2008, um 13:33 Uhr.

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