Schweigepflicht für JournalistInnen

Constantin Film will Ermittlungen im Fall Baader-Meinhof nicht behindern

Abt. für Film, Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Der Deutsche Journalisten-Verband und die Süddeutsche Zeitung beschweren sich unisono und zurecht über die seltsamen Knebelverträge, die Constantin Film JournalistInnen aufdrücken will, die eine Vorfassung von Der Baader Meinhof Komplex zu sehen bekommen wollen.

Nun ist das einigermaßen bizarr; denn ich kann mir kaum vorstellen, daß Journaille-Horden permanent den Constantin’schen Firmensitz belagern, um möglichst rasch einen Blick aufs Zelluloid erhaschen zu können; dafür sind wir eigentlich für gewöhnlich zu beschäftigt. Stattdessen soll ja die Vorführung Publicity generieren, sonst braucht man sie nicht zu machen, und den JournalistInnen dann den Mund zu verbieten, ist, obwohl’s anscheinend legal ist, schon ziemlich frech. Mit Strafen im fünfstelligen Eurobereich zu drohen, ist ein Skandal.

Daraus kann man, auch aus den von Thomas treffend benannten Gründen, eigentlich nur einen Schluß ziehen: die Berichterstattung zu diesem Film komplett verweigern. Ich schließe mich daher Thomas’ Aufruf an – von mir kriegt der Film jedenfalls keine Zeile. Ich habe auch wirklich Interessanteres zu tun.

Die einzige Alternative zum Boykott hat Lukas schon ausgelotet: Er verrät einfach die ganze Filmhandlung.

2 Kommentare

  1. Dorin Popa

    Süddeutsche ist nicht gleich Süddeutsche. Andrian Kreye, Feuilletonchef der Printausgabe, korrigiert die Berichterstattung, dementiert einen etwaigen Boykott seitens der „Süddeutschen Zeitung“ und weist darauf hin, daß Süddeutsche Zeitung und SZ online nicht gleichzusetzen sind!

    14. August 2008, 8:49 Uhr

  2. [i:rrhoblog] » Sagen Sie jetzt nichts (jedenfalls nicht vor dem 18. Dezember)

    [...] Abt. für Medien, Film, Kapitalismus 2.0 – Permanent Beta Es ist Vorweihnachtszeit, und die Filmverleiher verschenken schon mal Sperrfristen. Zu mindestens drei Filmen ist auf der Einladung zur Pressevorführung derzeit notiert, daß man aber vor dem soundsovielten gefälligst nichts berichten dürfe. Hier sei schon mal die entsprechende Erklärung zur Unterschrift. Das hatten wir nun schon mehrfach in diesem Blog, und daß es nun u.a. auch einen Film trifft, der sowohl deutsche Geschichte als auch Tom Cruise enthält, mag schon zu denken geben. [...]

    30. November 2008, 18:00 Uhr

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Dieser Eintrag entstand am Dienstag, 12. August 2008, um 15:27 Uhr.

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