Auch wenn sich wahrscheinlich nichts mehr retten läßt, hat mein Bedauern über die Schließung des Kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Kreuzberger Graefestraße jetzt zumindest mit diesem Artikel in der Berliner Morgenpost ein bißchen Öffentlichkeit bekommen.
Neben der Schließung ist der eigentliche Skandal auch, daß (ich wiederhole mich) offenbar Kinderärzte und medizinische Einrichtung von der Schließung nicht informiert waren und fleißig weiter auf den Bereitschaftsdienst hinwiesen, als der schon längst geschlossen war.
Als Hohn empfinde ich übrigens die im Artikel zitierte Aussage von Ulrich Fegeler, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland:
[...] das Argument, dass Kreuzberger und Friedrichshainer Eltern mit ihren kranken Kindern nun nach der Aufgabe der Ersten-Hilfe-Stelle in Kreuzberg längere Wege in hinnehmen müssten, lässt Ulrich Fegeler nicht gelten. “Das Tempelhofer Sankt-Joseph-Krankenhaus ist in der Nähe, außerdem gibt es noch die Charité und das Vivantes-Klinikum Neukölln.”
Weil es ja für Menschen ohne Auto, aber mit ein bis zig Kindern – und davon gibt es in Berlin eine ganze Menge – egal ist, ob man im Kiez bleiben kann, oder von Kreuzberg aus nach Mitte (Charité), Süd-Neukölln (Vivantes) oder eben ins (übrigens sehr schöne) Sankt-Joseph (Tempelhof) muß. So rotzig-realitätsfern muß man als Kinderarztverbandspressesprecher erstmal sein…
(Danke, M., für den Link!)
