re:publica: Advocacy 2.0

Sitze im gleichnamigen Panel und schreibe hier mal ein paar Gedanken rein…

(Nein, keine zusammenhängenden Gedanken. Wahrlich nicht.)

Internet habe sich zunehmend entpolitisiert (Geraldine Bastion)? Das erscheint mir tendenziell als Verklärung früherer Zeiten. Sind wir schon so nostalgisch?

Rundabfrage ins Publikum: Wer ist als politisch aktiv? Was bedeutet das? Was Politisches „ins Internet reinschreiben“? An einer Demo teilnehmen? Eine Kampagne selbst mitorganisieren, und sei’s beruflich?

Volker Gassner/Greenpeace: „Texte sind nicht mehr zeitgemäß“? Äh… Braucht jetzt jede BürgerInnenbewegung ihr eigenes IP-Fernsehen? Whatever happened to fundierte Informationen?

„Emotional abholen“ – braucht man dafür Web 2.0?

Christian Scheifl/Aktion Mensch: Ah, da habe ich ja auch schon mal geschrieben.

Die machen echt viel Zeug.

Markus B./netzpolitik.org: Findet es ganz toll, daß aufgrund einer Webkampagne Leute auf die Straße gehen und so was bewirken. Hm. Wobei die AK Vorratsdatenspeicherung-Demo natürlich ein Web2.0-affines Thema ist. Für andere Themen erscheint mir das nicht so relevant und das Aktivierungspotential im Internet für andere Themen nicht so groß.

„Free Burma“-Aktion: „Blogschweigen“ bringt natürlich wirklich nix (das ist so’n bißchen wie Studi-Streik); bringt Medienecho auf Blogaktion irgendwem irgendwas außer Aufmerksamkeit für Blogs?

Aber schön, daß sie die Aktion soziologisch-statistisch begleitet haben. Lassen sich daraus politische Schlußfolgerungen ziehen? Zu welchem Behufe?

Aha. BloggerInnen engagieren sich für andere BloggerInnen. So richtig fies abgehängte Entwicklungsländer haben halt Pech. Schade um Nordkorea auch.

Niederschwellige Protestform: Hat das womöglich mit ihrem Wirkungsgrad zu tun?

„Selbst-Darstellung als politischer Aktivist“.

„Web 2.0 bedeutet die Vermischung von Produzenten und Nutzern“ – Koordination einer solchen Aktion sei „marktförmig“. Einmal gestartet, nimmt sie Richtungen, die nicht mehr direkt kontrollierbar seien.

Jetzt Diskussion. Mal sehen.

Ja: „Leute müssen sich offline treffen.“ Und online eskalieren Diskussionen/Meinungsverschiedenheiten sehr schnell.

„Vertrauen ist schwer skalierbar“ – ich liebe es ja, wie technische Begriffe unsere Sprache perforieren.

[Ich bin ja nicht so der Profi-Liveblogger. Mal üben.]

WWGD? What would Greenpeace do? (Lest die Kommunikationsguerilla, Leute…)

Übergang zwischen den Medien bei Aktion Mensch/diegesellschafter.de ist schwer – Werbung bei SpOn bringt mehr als bundesweite Plakataktion. Wow.

„Taktischer Wahrnehmungsnachteil im Internet“: Aufmerksamkeitsökonomie und Wirkung von Aktionen im Internet vs. Demonstrationen draußen?

Community-Overload: Zu viele Stellen, an denen man diskutieren könnte oder müßte. Habe das vorhin auch kurz diskutiert anläßlich von blogpolis.de – Blogkarnevals sind gut und schön, aber die Diskussion (zumal die in den Kommentaren) zerfasert an die einzelnen Stellen. Gibt’s sowas wie einen Politik-Aggregator, der Beiträge und Kommentare zu bestimmten Themen zusammenfaßt? Wie vermeide ich einen Input-Overload? Frage ich mich.

Da kommt mir gerade zuviel Vertrauen in die Weisheit der Massen rüber. Ich glaube da nicht mehr so dran.

Gute Anmerkung: Aktion Mensch hat anderen Zeitrahmen. Wie soll Politik im Netz auch langfristig agieren und funktionieren können? Nachhaltigkeit, sagt G.B., und Eintagsfliegen.

„Schleusen in die Blogosphäre“, auch schön. Und wie geht’s dann wieder raus?

[ongoing, maybe]

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