Archiv für November 2007

 

Wohin die Reise geht

Abt. für Film

Sagen wir es kurz und knapp: The Golden Compass ist ein kleines, ach was: großes Meisterwerk des Fantasykinos. Locker so gut wie Der Herr der Ringe, aber nicht ganz so monumental und pathetisch veranlagt, und mit den definitiv besseren Frauenrollen. Und natürlich sowieso um Längen besser als Eragon oder die Chroniken von Narnia.

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Saw Saw

Abt. für Film, Neues aus der Wortspielhölle

Möglicherweise unvollständige Liste der einfallsreichen Wortspiele, die zwischen dem besten Gegenlektor von Welt, dem Chefredakteur und mir im Kontext meiner Saw-IV-Kritik ausgetauscht wurden:

  • saw saw
  • never saw better
  • Und hin und her, wie die Säge…
  • just saw that i left saw behind [Anhang vergessen]
  • she saw the sea shore
  • last saw i saw
  • durch!
  • und abgesägt!

Und ab und an weckt auch mich ein Flugzeug

Abt. für Berlinalia

Die Amis haben auch gerade erst wieder den Militär-Etat erhöht, weil sie in ihrer Kalkulation für 2008 eine erneute Luftbrücke für das isolierte Tempelhof einplanen.

Warum wir Tempelhof brauchen: Humormaterial. (Danke!)

Wochenende!

Kampf der Bibliotheken

Heute morgen in der U-Bahn glaubte ich zunächst, die akademische Bücherwelt biete doch mehr Action als gedacht, glaubt ich nämlich für kurze, koffeinfreie Momente An einen Überfall der Stabi auf die oppositionelle Umweltbibliothek in der Zionsgemeinde ….

Hatte mich dann aber doch nur verlesen.

39% Zombie proof

iKapitalismus

Abt. für Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Dem Vernehmen nach reicht die Telekom rund ein Drittel der mit dem iPhone erwirtschafteten Umsätze an Apple weiter.

Wow. Ein Drittel der Umsätze.

Vor diesem Wortspiel wird gewarnt

Abt. für Medien, Neues aus der Wortspielhölle

Wenn hier noch jemand, irgendjemand, ein Aust/Aus-Wortspiel macht, dann schreie ich!

Bad Review Revue: Beowulf

Abt. für Film

In der großen Tradition von Matthew Baldwin machen wir heute und hier einen ganz kleinen Anfang mit, yeah, Beowulf! In der Besprechung von David Kleingers für Spiegel Online.

[Sie dichten] sich einen wahren Beowulf [aua!] für ihren aufgepfropften, vulgärfreudianischen Vater-Mutter-Kind-Konflikt, gegen den der ödipale Familienzwist in “Star Wars” wie ein subtiles Psychogramm wirkt.

Das erbarmungswürdige Ergebnis erinnert nun an “Denver Clan” für Altphilologen. [...]

Viel ist über Angelina Jolies vermeintlich anzüglichen Auftritt geschrieben worden, der wie bei allen Darstellern mittels neuester Performance Capture-Technik digital formvollendet abgetastet wurde. Nun, wer sich an güldenen Grottenolmen mit Stöckelschuhwerk erregt, darf seinen seltenen Fetisch hier voll ausleben.

Unwählbarkeiten

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Daß ich von der Vorratsdatenspeicherung nicht viel halte, überrascht jetzt wahrscheinlich nicht wirklich, zumal ich ja, eigenen Angaben zufolge, eh schon dringend überwacht werden müßte. Ich werde auf jeden Fall präventiv entsprechende angemessene Maßnahmen einleiten, um meine konspirativen Tätigkeiten den Behörden zur Kenntnis geben zu können.

Das ist das eine. Das sich ein paar offensichtlich, wenn auch nur meiner Meinung nach, zerebralbefreite Politiker nicht haben nehmen lassen, dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung zuzustimmen, während sie zugleich, so ist ihrer Erklärung zu entnehmen, schwerwiegende politische und verfassungsrechtliche Bedenken haben, das ist das andere, schon ziemlich freche.

Natürlich wurde so schon Ärger aufgewirbelt: Bei heise.de findet man einen ausführlichen Bericht zu der ganzen Geschichte, Udo Vetter und Don Dahlmann kommentieren, während Stefan Niggemeier die “Erklärung”, die vielleicht eher eine “Selbstv-erklärung” ist, sprachlich zerpflückt.

(Der Volltext dieses Ausdrucks von Peinlichkeit findet sich in diesem offiziellen PDF auf Seite 13031 sowie hier auch in lesbarerem HTML (dafür muß man das Gesicht von Christoph Strässer ertragen).

Dieser nämlich, gemeinsam mit Niels Annen, Axel Berg, Lothar Binding, Marco Bülow, Siegmund Ehrmann, Gabriele Frechen, Martin Gerster, Renate Gradistanac, Angelika Graf, Gabriele Groneberg, Gabriele Hiller-Ohm, Christel Humme, Josip Juratovic, Anette Kramme, Ernst Kranz, Jürgen Kucharczyk, Katja Mast, Matthias Miersch, Rolf Mützenich, Andrea Nahles, Ernst Dieter Rossmann, Bernd Scheelen, Ewald Schurer, Wolfgang Spanier und Ditmar Staffelt, hat also erklärt, daß Sicherheit keinen Vorrang vor Freiheit genießen darf und daß der jetzt abgenickte Gesetzentwurf die Tendenz, ohne die Effektivität bestehender Gesetze zu überprüfen, mit neuen Gesetzen vermeintlich Sicherheit zu erhöhen und Freiheitsrechte einzuschränken, befördert und deshalb bedenklich sei.

Das alles wiederum, erfahren wir, sei nicht so schlimm, weil ja der Richtervorbehalt im Gesetz drin stehe (ja, das hat schon immer geholfen!) und im Übrigen: Eine Zustimmung ist auch deshalb vertretbar, weil davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts möglicherweise verfassungswidrige Bestandteile für unwirksam erklären wird.

Will heißen: “Sorry, liebes Stimmvieh, wir waren zu faul und vielleicht auch nicht interessiert genug, um selbst noch einmal genau nachzusehen, ob das Gesetz womöglich mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Vor allem hatten wir wirklich keine Zeit dazu, denn wir mußten uns nächtelang Sorgen darum machen, ob wir (es war ja namentliche Abstimmung! Wir hätten uns persönlich einbringen müssen!) bei einem Verstoß gegen die Fraktionslinie nicht womöglich unseren bequemen, warm-feuchten Listenplatz verlieren könnten! Wir sind doch nur unserem eigenen Gewissen verpflichtet, und damit ließ sich dieses Risiko nun wirklich nicht vereinbaren!”

Und was es für mein Wahlverhalten in Zukunft bedeuten wird, daß diese Abgeordneten der SPD jetzt alle ihren geilen Listenplatz behalten dürfen, denn man ihnen mit jeder Zweitstimme auch noch bebuttern würde, das können Sie sich ja wohl selbst ausrechnen.

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