Archiv für Juli 2007

 

Gore, finally

Abt. für Film

Schön… naja, für wer’s mag: im Red-Band Trailer (Flash; via) von Resident Evil: Extinction geht es deutlich expliziter zu als nicht nur im “grünen” Trailer, sondern auch als im ganzen Franchise bisher. Sollte Paul W.S. Anderson das Subgenre am Ende womöglich doch noch ernst nehmen? Blut spritzt, Gedärme fliegen?

(Interviews gibt es übrigens auch – via – und ein Kind, demnächst.)

This URI will self-destruct in *beep* minutes

Abt. für Internet & Blogdings

Liebe internetaffine Gemeinde, hier ist mal ein kleines Rätselchen zum Knacken.

Das Weblog “Duftender Doppelpunkt” verlinkt aufs Genderblog, was grundsätzlich sehr nett ist, allein: Man gelangt von A nicht nach B. Probiert’s aus, der Link befindet sich in der rechten Spalte etwa auf 1/3 Höhe im Abschnitt “Feminismus / Gender” – und wenn man auf Genderblog klickt, lädt er zwar ein bißchen herum, geht aber dann auf die Ursprungsseite beim Doppelpunkt zurück.

Hat jemand eine Idee? In der .htaccess wird die Seite als Referrer jedenfalls nicht abgewiesen.

Hobbies sind ja was für die Unterschicht

Hoppla, Microsoft Word macht jetzt einen auf intellektuell, was?

Word zu "Hobbies"

Gesundheitspolitik à la Gaddafi

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Das ist schon clever: Nachdem er irgendwie bzw. nicht nachweisen konnte, daß bulgarische Krankenschwestern und die versammelten Geheimdienste der westlichen Welt dafür verantwortlich sind, daß AIDS in Libyen auch Kinder betrifft bzw. überhaupt zu finden ist, sorgt Muhammar Gaddafi jetzt dafür, daß bereits von Anfang an und öffentlich feststeht, daß zumindest die gestiegene Zahl von Leukämie-Fällen ganz allein Frankreichs Schuld ist! Und diese Ausrede dann auch noch gar nicht so verdeckt als Gegenleistung für die Ausweisung/Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern auf einem silbernen Tablett vom Präsidenten Sarkozy persönlich kredenzt zu bekommen, das ist schon richtig clever: ein Fuchs, dieser Gaddafi!

Milla 2.0

Abt. für Film

Ich weiß ja, daß ich für einen notorisch an Klatsch sehr interessierten Menschen mich zu selten in die einschlägigen Magazine und Websites vertiefe. Da bin ich also gewissermaßen durchgehend selber schuld.

Beim Blick auf die neuen Pressefotos zu Resident Evil: Extinction fragte ich mich dann aber schon: Warum sagt mir eigentlich niemand, daß Milla Jovovich mit einem Mädchen schwanger ist?

Ich warte ja noch auf Nachricht vom Finanzamt

Bei einem Bescheid zur Nachzahlung von 2,1 Milliarden Euro lohnt sich aber auf jeden Fall das Klagen – zumindest für den Rechtsanwalt:

Sein Honorar für den Brief an das Finanzamt berechnet sich gemäß der geltenden Gebührenordnung nach dem sogenannten Streitwert; in diesem Fall wären das mehr als 2,5 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer.

Überraschung!

Keine Pause in diesem Büchersommer

Abt. für Literatur

Den neuen, letzten, großen Harry Potter-Band habe ich in eigentlich einem Schwung (einmal dazwischen geschlafen, gefrühstückt und Kind bespielt) durchgelechzt – mehr dazu vielleicht in Bälde in einem benachbarten Theater. Nun ist in den USA heute das neue Buch von Matt Ruff erschienen, Bad Monkeys, das ich einfach und unbesehen der Allgemeinheit zum Kauf empfehlen mag, weil ich schon an den bisherigen Büchern des Autors kaum ein Fehl finden konnte. Und wer noch mehr zum Lesen braucht und extrem komischer Metafiktion sich hinzugeben bereit, dem sei, kaum weniger unbesehen, der neue Thursday Next-Roman von Jasper Fforde empfohlen, First Among Sequels, ebenso wie im Übrigen alle anderen Bücher dieses Autors.

Und jetzt: Ab ins Freibad und lesen. Wenn Sie die Zeit dazu haben. (Viel Spaß, C.! Ist ein Buch statt Sonnencreme als No.2 genehm?)

Ah.

Und tschüß, ich habe einen Termin mit dem Sorting Hat

Abt. für Literatur

Eigentlich wollte ich mich hier mal verlängert dazu äußern, warum es mir stinkt, wenn sich Leute über den Potter-Hype beschweren, warum ich die Bücher toll finde und das alles eigentlich ganz gut, auch wenn die Filme nicht immer total super sind. Aber ich kann ja nicht bei jedem großen Ende mich so auslassen.

Außerdem spricht mir Susanne Gaschke aus der Seele; ich erinnere mich noch an die Debatte von vor einigen Jahren, als das Feuilleton gerne lamentierte, Kinderbücher seien heutzutage so simpel gestrickt (ja, aber früher!), die Kinder läsen auch nicht mehr usw. usf.: Was an Kulturkritik über Kinderbücher halt so losgelassen werden kann. Ja, und nun lesen die Kinder mit Begeisterung Schwarten von mehreren hundert Seiten, die nicht nur komplexes Vokabular verwenden, sondern noch neue Wörter erfinden, daß es kracht (gar in lateinischer Sprache!), die über dann jetzt nachher ab 1.01 Uhr sieben Bände eine komplexe Geschichte und komplexe Zusammenhänge wirklich spannend transportiert. Aber man muß schon ganz schön aufpassen, denn in Band sechs erklärt niemand mehr wirklich, was ein “Imperius curse” eigentlich macht.

Deswegen, gut und schön, das ganze Marketing kann einem auf den Keks gehen – aber das wäre nichts, wenn nicht die Bücher tatsächlich begeistern würden. Denn über zehn Jahre, über sieben Bände, läßt sich das kaum durchhalten, ohne daß da nicht ein gehöriges Quentchen Substanz dahinter steckt. Das sollten selbst die anerkennen, die mit den Büchern nicht so viel anzufangen wissen, oder sie – wie die Prinzessin in diesem Haushalt auch – nicht ganz so herausragend finden: Es ist doch eigentlich einfach sehr hübsch, wenn ein Buch Menschen so mitreißen und begeistern kann, oder?

Also, folks, benehmt Euch, die New York Times macht’s vor: Einige mögen das witzig finden, anderen das Ende aufs Auge zu drücken, ich nicht. Ich tauche jetzt für ein paar Tage, soweit meine Erwerbsarbeit das zuläßt, ab in eine Welt ohne Internet.

Den Mitlesenden wünsche ich viel Vergnügen. Bis auf der anderen Seite dann.

(Sorting Hat, via)

Unser Stauffenberg!

Abt. für Film

Auch wenn Thomas schon die im Wesentlichen einzig angemessene Reaktion auf Herrn Henckel von Donnersmarcks Gefasel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gezeigt hat, mögen sich meine Augen doch noch nicht so recht von diesem, wie mir scheint, Dokument überheblicher Ahnungslosigkeit lösen.

Es ist ja nicht nur so, dass „unser“ Oscargewinner das Wesen von Scientology darauf reduziert, eine besonders erfolgreiche Realisationsform des American Dream zu sein, oder dass schon aus dem Ansatz des Besinnungsaufsatzes ein Herkunftsdünkel spricht, in dem die besondere Position der Familie (man hatte Kontakt mit WiderstandskämpferInneN!) nur mühsam mit der fast kindlich-naiven Begeisterung der Mutter für diesen Menschenschlag ein wenig ironisiert wird.

Man wird auch darüber hinwegsehen können, dass der Regisseur küchengermanistisch „Dichtung“ als „verdichtete Wahrheit“ sieht und gar die „Essenz der Geschichte“ im noch gar nicht gedrehten Stauffenberg-Film von Bryan Singer widergespiegelt sieht – als sei ein Film (und natürlich meint er implizit: seinen Film, den mit dem Oscar!) nicht stets fiktionales Endprodukt eines komplexen Prozesses, das mindestens ebenso viel, wenn nicht gar mehr, mit Vermarktung, praktischen Notwendig- und nicht nur finanziellen Möglichkeiten, Dramaturgie und dergleichen mehr zu tun hat als mit „Wahrheit“, historischer noch dazu, die einzufangen notorisch unmöglich ist.

Diese Filmwahrheit soll aber, so Henckel von Donnersmarck, „durch ihre große Dichte pro Kubikmillimeter (oder pro Sekunde)“ sogar „wahrer“ sein, „als es die lockere, unverdichtete Wahrheit je sein könnte.“ Was will uns der Verdichter damit sagen? Hier haben wir es, mit Verlaub, doch eher mit einer Gedankenschrottpresse als mit Dichtkunst zu tun.

Doch sind das alles nur Nebenschauplätze. Hauptsächlich sorgt sich der Regisseur um das Ansehen Deutschlands in der Welt und empört sich deshalb zunächst über „Graf Berthold von Stauffenberg“ (die Reihung der Namen setzt den Adel in Deutschland ganz subtil wieder in sein Recht, was Herrn H. von D. sicher gefällt), der sich in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung aus einer Perspektive der bewussten Ahnungslosigkeit despektierlich über Tom Cruise und das Valkyrie-Projekt geäußert habe.

Nun ist das Interview mit von Stauffenberg sehr viel bescheidener und zurückhaltender, als es Henckel von Donnersmarck wahrhaben möchte, und die darin zum Vorschein kommende Haltung der vorsichtigen Meinungsäußerung – weil der Mann eben reflektiert, wie wenig er von Film im Allgemeinen und Tom Cruise im Besonderen weiß und versteht – ist mir allerdings zigfach lieber als die selbstgerechte Arroganz des FAZ-Gastautors, der die Wahrheit mit der adeligen Muttermilch (und dem Kontakt zu echten WiderstandskämpferInneN!) aufgesogen zu haben meint. Kurzerhand wird dabei Claus Schenk Graf von Stauffenberg noch gleich für ganz Deutschland requiriert, als spiele er in der Fußballnationalmannschaft („unser Stauffenberg!“) und als hätten sich nicht Deutschland, die Deutschen und auch Stauffenberg in den Jahren zwischen 1933 und 1945 so einiges zuschulden kommen lassen.

Ach, was sind wir alle gute, gute Deutsche!

Über viele der Fragen, die Henckel von Donnersmarck beantwortet zu haben meint, kann man indes trefflich streiten. Ob der Film besser oder schlechter wird, weil ein Scientologe die Hauptrolle spielt, sei dahingestellt – Cruise ist jedenfalls, da dürften sich die meisten FilmkritikerInnen einig sein, kein wirklich guter Schauspieler, und ob der Film Deutschland international zu Ansehen verhilft, weil er wieder einmal auch „gute Deutsche“ zeigt, sei’s drum.

Auch wäre bei der ganzen Aufregung doch die nicht eben neue Debatte durchaus interessant, inwiefern Stauffenberg und seine MitstreiterInnen wirklich als große Vorbilder an WiderstandskämpferInnen gesehen werden sollten und können (zum Beispiel). Ihr Akt des Widerstands, man muss das hier nicht weiter aufwärmen, kam reichlich spät und letztlich erst im Angesicht des drohenden Untergangs.

Die interessante Frage wird letztlich sein, ob diese Zwiespältigkeit, die Teil der geschichtlichen Wahrheit und Teil der Figur Stauffenbergs ist, soweit wir sie kennen können, sich auch im Film finden wird – und ob Tom Cruise in der Lage sein wird, dem ein Gesicht zu geben.

Double-daddel-dead

So fühlt es sich also an, von der Telekom richtig im Stich gelassen zu werden – im Büro geht seit Umzug vor mittlerweile drei Wochen so gar nichts mehr (kein Telefon, kein Fax, kein DSL), voraussichtlicher Anschlußtermin ist jetzt der 25. Juli, und der DSL-Auftrag ist irgendwo im Nirvana verschwunden, gone, thin air… und seit letzter Woche tut sich jetzt auch daheim nichts mehr. Nachdem das DSL schon öfter nur einigermaßen erratisch funktioniert tut sich jetzt nada, nichts mehr. Immerhin kommt da schon am Freitag jemand vorbei, um mal genauer nachzumessen.

Jetzt bitte keine Ratschläge, welche Anbieter besser oder billiger oder freundlicher seien: schon mal ausprobiert, hat auch nicht funktioniert. So lange ist’s hier halt etwas ruhiger und langsamer.

Definiere: Nebentätigkeit

Abt. für Dinge, die von fern wie Politik aussehen

Doch, gelegentlich fragt man sich schon, wie z.B. Herr Merz oder Herr Westerwelle noch Zeit für ihr Bundestagsmandat finden. Trotz aller Probleme mit den Daten auf der Liste.

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