Natürlich ist es eher bizarr, daß die Deutsche Bahn ihre monströs-repräsentative und leicht dysfunktionale Glaswurst Berlin Hauptbahnhof – Lehrter Stadtbahnhof Berlin Mitte im Nirgendwo, oder wie der offizielle Titel auch immer sein mag, jetzt schon wegen leichter Lüftchen und wegen Hustenanfällen schließen und womöglich wieder abreißen muß. Es ist ja auch eine wirkliche Überraschung, daß in Berlin gelegentlich eine steife Brise weht. (Hoffentlich haben sie daran gedacht, daß es auch manchmal recht kalt hier wird. Mein Tip: Bahnhof bei unter -5 Grad Celsius nicht mehr betreten! Man weiß ja nie.)
Richtig bescheuert aber ist es, daß die Deutsche Bahn, die ja auch die Berliner S-Bahn betreibt, es während der zweiten Spontanschließung gestern nicht für nötig befindet, ihre Fahrgäste ordentlich zu informieren. In der S-Bahn gen Osten wurde nach der Haltestelle Bellevue einfach lapidar durchgesagt, der Hauptbahnhof sei aus Sicherheitsgründen gesperrt und man werde dort nicht halten. Ortsfremde, die mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof fahren möchten, um dort in einen Zug Richtung Norden oder Süden umzusteigen, sind mit einer solchen Auskunft nicht wirklich zufriedenzustellen: woher sollen sie wissen, daß ihre möglicherweise einzige Chance, doch noch zum Zug zu kommen (super Wortspiel, eigentlich), darin besteht, direkt am nächsten S-Bahnhof (Friedrichstraße, für die Ortsfremden) in die S 2 oder S 25 zu steigen und zum Südkreuz zu fahren?
Eine kurze Durchsage wäre da schon nett gewesen. Aber in Sachen Service hat die Bahn halt eh ein Problem.