Barmer EK forscht Ansteckungswege von HIV aus

 

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Der Berliner Kurier berichtet von Anrufen der Barmer Ersatzkasse, bei denen mit HIV infizierte Versicherte gefragt wurden, bei dem sie sich angesteckt hätten.

“Wir prüfen nur, ob wir als Kasse für die Kosten zuständig sind”, sagt eine Mitarbeiterin der Kasse. “Es wäre ja möglich, dass sich ein Kunde bei Ausübung des Berufs oder bei einem Unfall infiziert hat, dann müssten wir nicht bezahlen.”

Allerdings scheint man sich beim Kurier mehr über die Form (Telefonat) aufzuregen denn über die Tatsache – dabei fragt bei einer Grippe ja auch niemand, wie und wo man sich angesteckt habe.

Offensichtlich will die Kasse Kosten loswerden – HIV-Behandlung ist teuer. Problematisch ist natürlich die Möglichkeit, daß die Barmer anfangen könnte, Regreßansprüchen gegenüber Dritten (also “den Ansteckenden”) geltend zu machen – ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Kriminalisierung von HIV-Positiven. (Ja, natürlich ist die bewußte Infektion eines Menschen mit einer tödlichen Krankheit eine Straftat. Geschenkt. Aber das herauszufinden, ist sicher nicht Aufgabe einer Krankenkasse.)

(via)

2 Kommentare

  1. Ulli

    Um eine etwaige bewußte Infektion geht es in Sachen der Barmer m.E. (im Gegensatz zu den Fällen vor Gericht) nicht. es geht allein darum, den “Infizierenden” als “Verursacher” festzumachen und ihm womöglich einen Kostenregreß anzuhängen. Und das auch unabhängig von der Tatsache, dass zu einer HIV-Infektion immer (mindestens) zwei gehören.
    Lg Ulli

    17. Oktober 2006, 8:23 Uhr

  2. Tanja

    Hallo Ulli,

    hierbei geht es aber nicht darum, als Verursacher eine Person ausfindig zu machen. Denkbar ist eben auch eine Infektion bei der Ausübung seines Berufes und da müsste es im Interesse aller Versicherten einer Krankenkasse ja schon, dass beispielweise die Berufsgenossenschaft Kostenträger ist. Auch gibt es mit Versicherungen Teilungsabkommen, wo gar nicht mal die Schuldfrage geklärt wird sondern ein Teil der Betrages pauschal regressiert wird.

    Ich gebe dir natürlich recht, dass eine HIV Infektion ein überaus sensibles Thema ist, aber es geht hier wirklich nicht darum eine Person “dingfest” zu machen.

    LG
    Tanja

    26. Oktober 2006, 21:48 Uhr

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Dieser Eintrag entstand am Montag, 16. Oktober 2006, um 12:44 Uhr.

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