Herbst. Metallteile fallen, fallen wie von selbst.

 

Abt. für Berlinalia, pralles Leben

Wir haben eine neue Fassade bekommen. Präziser: Nachdem unser Haus jetzt etwa vier Wochen lang eingerüstet war (natürlich die vier Wochen, in denen es auch noch einmal richtig sonnig wurde) und die Fensterscheiben nach vorne schön mit hellblauer Folie abgeklebt waren (gegen den Dreck – sehr rücksichtsvoll, wir fühlten uns wie im Aquarium, blubb blubb, zumal die Luft dick wie Wasser wurde: die Folie verhinderte ja auch das Lüften) erstrahlt es jetzt in einer weinrot angehauchten Farbe, über deren ästhetische Meriten noch keine Einigkeit erzielt wurde. Wenigstens blieben die Fensterrahmen weiß, und unser Balkon erstrahlt auf der Innenseite ebenfalls hell, was doch die Erwartung auf sommerliche Frühstückssitzungen deutlich schöner macht. (Merke: Hell frühstückt es sich besser, sonst nickt und tunkt man immer wieder (in den Kaffee) ein.)

Aber ich schweife ab. Vergangenen Montag wurde also das Gerüst abgebaut – nach einer Aufbauzeit von vier bis acht Tagen (gibt es einen technischen, vielleicht statischen Grund dafür, daß das Gerüst so langsam aufgebaut wurde?) verschwand es jetzt am Ende der Bauarbeiten innerhalb eines Arbeitstages komplett. Die Folie war schon vor dem Wochenende entfernt worden, aber jetzt wurde es (mit Sonne!) gleich richtig hell. Sehr schön. Endlich wieder Fenster aufreißen! Das haben wir dann auch, schön der Reihe nach, mit allen Fenstern einmal gemacht.

Vielleicht wurde das Gerüst doch etwas sehr rasch abgebaut. Als die Prinzessin am Dienstagmorgen eines der Fenster zum ersten Mal öffnete, fand sie folgenden Gegenstand auf unserer doch eher schmalen Fensterbank vor (nein, nicht das Zehn-Cent-Stück, den anderen Gegenstand):

Vom Fensterbrett

Nicht unbedingt sehr schweres, aber doch massives Metall. Das macht große, große Löcher, wenn es unten ankommt. Je länger ich darüber nachdenke, was, z.B. bei einem Sturm, hätte passieren können, wenn wir dieses Mordinstrument nicht rechtzeitig gefunden hätten (oder versehentlich hinabgestoßen hätten – wer rechnet denn mit sowas?) desto mehr fröstelt es mich. Und das liegt wirklich nicht am Wetter.

Auf die Erklärung der Gerüstbaufirma bin ich jedenfalls gespannt.

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Dieser Eintrag entstand am Donnerstag, 12. Oktober 2006, um 11:53 Uhr.

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