Der Vorspann demonstriert, was Schnitt, Kameraführung und Musik so leisten können: Aus einem Vergnügungspark machen sie im Handumdrehn einen äußerst gruseligen Ort. Zurecht, wie sich bald darauf zeigt, denn natürlich fliegt die Achterbahn aus ihren Schienen und zerlegt dabei ihre Insassen schön kameratauglich in häßliche Stücke.
Die Prämisse von Final Destination 3 (imdb) ist einfach – wen der Tod einmal ausgewählt hat, den holt er sich. Das war schon in den ersten beiden Filmen so (die ich bislang nicht kenne), das ist auch hier so: ein Mädchen hat eine Vorahnung, einige andere steigen wie sie aus der Bahn aus, und eine nach dem anderen lassen sie bald darauf durch freak accidents ihr Leben. Daß da eine Unwahrscheinlichkeit auf die andere gestapelt wird, macht in der Logik des Films nichts aus, da hier ja der Tod persönlich ans Werk geht, und entsprechend geht nicht nur blutig, sondern bildschirmtauglich viszeral: Blut spritzt, Gehirnstücke fliegen.
Natürlich muß man sich einen solchen Abzählreim aus der Abteilung Kreatives Töten nicht unbedingt ansehen; Final Destination 3 ist aber immerhin grundsolides Schreckenshandwerk. Daß das Ganze auch in der zweiten Fortsetzung noch zu funktionieren und zu gruseln scheint, liegt vor allem daran, daß hier eine Grundangst angesprochen wird: schon längst dem Tode geweiht zu sein, ohne es zu wissen, und je mehr man sich wehrt, umso schlimmer wird es.
Vor allem verläßt man das Kino aber mit einer gehörigen Portion Respekt vor scharfen Klingen, elektrischen Geräten und allem, was sich unerwartet von der Wand lösen kann; als Lehrvideo zur Vermeidung von Unfällen am Arbeitsplatz und im Haushalt wäre Final Destination 3 vielleicht nicht die schlechteste Wahl.
Auf dem Heimweg hatte ich auch immerzu das Gefühl, dem Tod immer wieder nur knapp entronnen zu sein; aber das ist wohl einfach Fahrradfahren in Berlin.
