Bei filmz.de habe ich von Criticker gelesen, der Personalized Film Recommendation Engine
, Home of the TCI
, wobei “TCI” für “Taste Compatibility Index” steht.
Das Grundprinzip ist gewissermaßen ein social film criticism
: wenn man – nach einer sehr schlichten Anmeldung – eine Reihe von Filmen mit einer Note zwischen 0 und 100 bewertet hat (hier sind meine Bewertungen versammelt), lassen sich Ähnlichkeiten zu den Bewertungen anderer “Kritiker”, vulgo: User, statistisch herauskristallisieren (was natürlich umso besser funktioniert, umso mehr Filme man bewertet) – und aus deren Empfehlungen können dann zumindest Wahrscheinlichkeitsaussagen darüber gemacht werden, was einem selbst auch gefallen könnte. (Hier wird’s von den Machern selbst erklärt.)
Das funktioniert anscheinend relativ gut, jedenfalls sind unter den mir empfohlenen Filmen bemerkenswert viele, die ich mir sowieso immer schon ansehen wollte, weil ich den Verdacht hatte, sie könnten mir gefallen. Das ist nicht weiter überraschend, ebensowenig wie es erstaunt, daß bestimmte spezielle Vorlieben (in meinem Fall etwa eine gelegentliche Vorliebe für vollkommenen Trash sowie ein akademisches Interesse an bestimmten Filmen, die ich sonst mit dem *rsch nicht ansehen würde) eher schlecht abgebildet werden; dafür müßte eine Verfeinerung nach Untergruppen stattfinden, die offensichtlich (derzeit?) noch fehlt.
Neben dem fehlenden Überraschungsmoment irritiert mich das – hier sehr funktional einsetzbare – Bewertungsmodell; es hat ja seine Gründe, daß wir drüben bei critic.de kein Daumen-hoch-Daumen-runter-System haben, Sterne oder Noten vergeben: Das wird kaum einem Film gerecht. (Okay, mit gelegentlichen Ausnahmen: Die Maske 2 etwa ist Daumen runter, keine Sterne usw.) Zugleich habe ich das Gefühl, ich käme mit einem gröberen System (zum Beispiel Punkte von 0 bis 10 statt von 0 bis 100) besser zurecht, weil es die Schwierigkeit einer genauen Hierarchisierung, die sich aus dem 100 Punkte-System unmittelbar ergibt, zumindest spiegelt: daß es nämlich nur um eine Grobeinteilung gehen kann; genauer ist hier ungenauer, weil so eine Genauigkeit vorgetäuscht wird, die nicht erreichbar ist.
So bewerte ich denn allenfalls in fünf-Punkt-Schritten (90-85-80) und traue mich kaum, die höchsten und niedrigsten Plätze zu vergeben. Ein altes Statistik-Problem bei Befragungen: um die Mitte rum knubbelt’s sich dann, ganz ohne Normalverteilung.
Ein lustigstes Spielzeug ist Criticker aber schon, und den einen oder anderen Film, den die mir “ähnlichsten” anderen User besonders empfehlen, sollte ich mir langsam wirklich mal ansehen.
