Archiv für Februar 2006

 

The Case for Impeachment

We have before us in the White House a thief who steals the country’s good name and reputation for his private interest and personal use; a liar who seeks to instill in the American people a state of fear; a televangelist who engages the United States in a never-ending crusade against all the world’s evil, a wastrel who squanders a vast sum of the nation’s wealth on what turns out to be a recruiting drive certain to multiply the host of our enemies. In a word, a criminal—known to be armed and shown to be dangerous. Under the three-strike rule available to the courts in California, judges sentence people to life in jail for having stolen from Wal-Mart a set of golf clubs or a child’s tricycle. Who then calls strikes on President Bush, and how many more does he get before being sent down on waivers to one of the Texas Prison Leagues?

Lewis H. Lapham: The Case for Impeachment

Vulkanischer Fußboden

flickr-Photo

Ob das so eine kluge Namensgebung ist?

Band für Afrika

Theaterdonner (eher ein Furz)

Abt. für Kultur

Man muß ja den “Theaterskandal”, über den jetzt allenthalben herumgewurschtelt wird, nicht unbedingt ernstnehmen. Der Regisseur findet es befremdlich, wie Politik und Theaterleitung reagierten, und wenn man das wehleidige Interview liest, das Gerhard Stadelmaier der Süddeutschen gegeben hat, dann ahnt man, daß hier noch anderes im Spiel sein könnte. Nicht unbedingt die “Mann oder Memme”-Frage, die Thomas Knüwer ins Gespräch brachte. (Der damit zugleich ganz unschöne Geschlechterfragen touchiert: Darf denn ein Mann keine Memme, kein verweichlichter Kritiker sein? Doch, darf er. Auch wenn’s nervt.)

Aber letzten Endes geht es Stadelmaier natürlich – man ist Ästhet – um die große Kunst:

Das Verhalten des Schauspielers folge der «strukturellen Logik» eines Theaters, das alle Grenzüberschreitungen schon «durchdekliniert» habe und dem der Übergriff auf den Kritiker als letzte Provokationsmöglichkeit bleibe, schreibt Stadelmaier in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ).
Das von Intendantin Elisabeth Schweeger zu verantwortende Problem des Frankfurter Theaters bestehe darin, «dass dort Schauspieler keine Rollen spielen – sondern Lebensgefühle».

Das schreibt die Netzeitung von dpa ab, und wenn man das alles liest, bekommt man nicht nur den Eindruck einer gewissen Weinerlichkeit, sondern auch, daß hier ein durchaus unangenehmer Vorfall nach einer gewissen affektiven Aufbauschung jetzt als kulturpolitischen Waffe eingesetzt werden soll – und der demonstrative Verweis auf die Gefährdung der Pressefreiheit (bedroht in Form von Körper und Notizblock des Kritikers) ist sein stärkstes und sein schwächstes Argument.

Denn natürlich ist die Pressefreiheit nicht bedroht: Herr Stadelmaier durfte ja aufschreiben, was ihm am Herzen lag. Und darf es noch. Oder nicht mehr lange, wie Christoph Schlingensief meint?

Jetzt ist Herr Stadelmaier endlich im Club der Peinlichen angekommen. [...] das Notizblut als Schweißtuch, das gerade ist ja das Peinliche. Er stilisiert sich immer noch als Theaterkritikergott, aber die Zeiten sind vorbei, nur er hat es noch nicht gemerkt. Im Theaterbereich gilt er allgemein als betonierter Betonkopf, und ich glaube sogar, dass auch FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher ihm ganz bewusst so viel Platz zur Selbstdarstellung einräumt, weil dieser Mann für das Blatt fast nicht mehr tragbar ist.

Seminar: Kommunikation und Dating

<werbung>Oliver Klee bietet Anfang April in Bonn ein Seminar zum Thema Kommunikation und Dating an. Jemand Interesse?</werbung>

Blog Against Sexism Day

Abt. für Gender Trouble, Internet & Blogdings

Blog against Sexism

vegankid ruft zum Blog Against Sexism Day auf – das verbreite ich doch gerne, auch wenn wir das drüben im Genderblog im Grunde jeden Tag machen, an unserem “Geburtstag”, dem internationalen Frauentag, aber noch ein bißchen mehr. (Gefunden bei yeahpope.)

Vier, belated

Hey, Kettenbrief! Tillmann hat schon vor einiger Zeit angefragt, und natürlich habe ich je viererlei zu sagen.

Four jobs I’ve had:

  1. Krankenpflegehelfer. Inklusive Herzflimmern in Zimmer 3 an einem Sonntagmorgen.
  2. Call-Center-Agent (outbound), was gar nicht so schlimm war, wie man denken müßte. Ich telephonierte herum und fragte ahnungslose Menschen, ob sie ihren Ikea-Katalog schon erhalten hätten; sehr schön war das preußische Pflichtbewußtsein, mit dem mir einmal beschieden wurde, natürlich, er sei auch schon ordentlich “durchgearbeitet” worden. Daß meine Schwester zur gleichen Zeit im Südwesten der Republik Ikea-Kataloge in die Dörfer schipperte, während ich also sie und ihre KollegInnEn kontrollierte, nahmen wir mit sanfter Ironie einfach hin.
  3. Weihnachtsmann für die Kinder meines Geschichtslehrers.
  4. Studentischer Mitarbeiter in der Abendproduktion von BerlinOnline. Da passierte dann auch die Sache mit Edelgard Bulmahn.

Four movies I can would love to watch over and over, if only I had the time:

  1. L.A. Story
  2. The Matrix
  3. Tanz der Vampire
  4. Les Triplettes de Belleville

Four places I’ve lived:

  1. Rösrath. Dirty old town
  2. Tübingen
  3. Bonn
  4. Oxford

Four TV shows I love:

  1. Harald Schmidt, trotz aller zuweilen gezeigten Betulichkeit
  2. Tatort. Noch so eine Neue Bürgerlichkeitangewohnheit
  3. CSI
  4. heute-journal (entweder mit Marietta Slomka oder mit Klaus Kleber und Gundula Gause, alias Klaas Klever und Gundel Gaukeley)

(Ja, das ist eine irgendwie seltsame Liste, aber ich komme so wenig zum Fernsehen in letzter Zeit)

Four places I’ve vacationed:

  1. St. Petersburg (Rußland, nicht Florida)
  2. New York
  3. Toskana
  4. Fürth (yes, honestly!)

Four of my favorite dishes:

  1. Kaiserschmarrn
  2. Pasta con Gorgonzolasauce
  3. Der morgendliche Kaffee mit Müsli oder Croissant, in Gesellschaft von Prinzessin und kleinem dicken Ritter
  4. Creatures of the Sea

Four sites I visit daily:

  1. Google (stets auf der Suche nach neuen Teilwahrheiten)
  2. Bloglines (meine täglichen RSS-Berge)
  3. Telepolis
  4. Websudoku (file under: derzeitige Süchtelei

Four places I would rather be right now:

Not even one. Aber Frühling könnte es langsam mal werden. (Na gut, noch dieser Tage habe ich sehnsüchtig auf Urlaubsangebote geguckt. Aber die ganze Baggage müßte mit, da bleibe ich zur Zeit doch lieber hier und hoffe auf etwas mehr Sonne.)

Four bloggers to tag with this:

Da dieser kleine Fragebogen schon nahezu überall herumlag und langsam im Sand der Blogosphäre versickert, geht er von mir an vier low-frequency blogs. Auf zu anderen Welten.

  1. Herr abundant, damit der sich wieder einmal an die Tastatur bequemt
  2. Philipp, damit der auch mal wieder in die Puschen kommt
  3. Heather, aus Neugier
  4. Oli, weil der meist so hübsche Antworten findet

Die Kalauer fliegen tief dieser Tage

Rügen ist ja jetzt quasi vogelfrei.

(Ein Kollege vorhin in der Kantine. Es gab Spiegelei.)

Vom Anblick leuchtender Ahnungslosigkeit

Abt. für Kapitalismus 2.0 - Permanent Beta

Allegedly a 9/11-lampPaul Keller hat dieses seltsame Exemplar einer schlechten Kitschlampe heute für 20 Euro erworben (via) – normalerweise sind auf derlei Plastikerzeugnissen ewig fließende Wasserfälle zu sehen -, und in der Tat mag man einen Moment lang versucht sein, darin einen schlechten, gar bösen Scherz zu sehen. Flugzeuge auf Hochhäuser, das geht ja gar nicht.

Whatever — i guess this is the fruit of relativism and cynicism as a personal philosophy. (Kommentar von Dan)

Einen Moment lang. Dann schaltet sich das Gehirn ein, das Auge sieht Heißluftballons auf gleicher Höhe vorüberziehen, und wir begreifen: hier ist nur wieder einmal ein Produkt in einer Wolke der Ahnungslosigkeit entstanden. Staunend stehen wir vor der Weite der Welt um uns und der unendlichen Leere von Gedanken in uns.

Und dann wird auch die Feststellung Whatever — i guess this is the fruit of relativism wieder sehr hübsch autorelativistisch.

Wissenschaft 2.0 Beta

Darling, would you please fetch the Holy Handgrenade?

Abt. für Parallelgesellschaften

KaninchenI think we might need it. (Full Story aus der Süddeutschen Zeitung)

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